Katholische Kirche

Vatikan exkommuniziert alle Kleriker der Piusbruderschaft

Die Piusbrüder haben in der Schweiz ohne päpstliche Erlaubnis vier neue Bischöfe geweiht. Der Vatikan bestätigt offiziell deren Exkommunikation.

Der Vatikan hat die im Wallis abgehaltene Bischofsweihe der Piusbrüder als «Akt schismatischer Natur» eingestuft. Das geht aus einem Dokument des Glaubens-Dikasteriums hervor, das am darauffolgenden Morgen veröffentlicht wurde. Der Vatikan schliesst mit seinem Schreiben nicht nur alle Beteiligten der Weihe aus der katholischen Kirche aus, sondern alle «Geistlichen, die der Priesterbruderschaft angehören».

Diese müssten als Schismatiker betrachtet werden, stellte der Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, Kardinal Víctor Manuel Fernández, in einer dem Dokument beigefügten Erläuterung fest. Die erzkonservative Gemeinschaft der Piusbrüder hatte am Mittwoch in Écône «ohne päpstliches Mandat und gegen den Willen des Heiligen Vaters» vier neue Bischöfe geweiht.

Die Piusbruderschaft, der aktuell nach eigenen Angaben weltweit rund 700 Priester angehören, wurde 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre als Reaktion auf die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) gegründet. Weil die Piusbrüder viele dieser Reformen als zu liberal zurückweisen, stehen sie seitdem im offenen Konflikt mit dem Vatikan.

In einer Reportage der «NZZ» von der Bischofsweihe in Écône heisst es: «Der Konfrontationskurs der Piusbrüder gehört zur Überlebensstrategie. Würden sie einlenken, wären sie schnell überflüssig.» 1988 hatten die Piusbrüder das letzte Mal Bischöfe geweiht. Daraufhin exkommunizierte der Vatikan die frisch geweihten Bischöfe sowie den Gründer der Piusbruderschaft, Marcel Lefebvre. (epd/ dst)

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