Nach den Vandalenakten auf dem muslimischen Gräberfeld eines Lausanner Friedhofes vom 14. Oktober denken die Stadtbehörden über Massnahmen nach. Zur Diskussion steht unter anderem, ob Überwachungskameras installiert werden sollen.
Es würden verschiedene Szenarien geprüft, sagte der Sicherheitsvorsteher Pierre-Antoine Hildbrand am 16. Oktober auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die gesetzlichen und technischen Aspekte und auch die Kosten müssten noch analysiert werden.
Umgerissene Grabtafeln
Im muslimischen Gräberfeld des Lausanner Friedhofs Bois-de-Vaux verschmierten Unbekannte Gehwege mit anti-islamischen Slogans und rissen Grabtafeln um.
Im Friedhofteil für Muslime haben 350 Gräber Platz. Vor der Einrichtung des Gräberfelds 2016 hatte es heftige Kontroversen gegeben. Der Islam sieht Erdbestattungen vor. Gemäss islamischen Regeln werden die Toten mit dem Gesicht gegen Mekka beerdigt.
Zurzeit lässt die Stadt die geschändeten Gräber wieder in Stand stellen. Ermittlungen zu den Urhebern der Vandalenakte seien am Laufen, wie es bei der Polizei auf Anfrage hiess.
Würde für alle Religionsgemeinschaften
Die muslimische Gemeinschaft reagierte bestürzt auf die Vandalenakte. Doch es gab auch politische Reaktionen. Die Linksaussen-Partei solidaritéS ruft für den 18. Oktober zu einer Versammlung auf und kritisierte die Islamophobie, die von Rechtsextremen geschürt werde.
Die Linksaussen-Parteien POP und Gauche en mouvement forderten, dass die Schweiz den verschiedenen Religionsgemeinschaften im Land ermöglichen müsse, sich zu entfalten und in Würde zu leben. (sda/pd)