Unbekannte sprühten die hebräischen Worte «Tag Mechir» («Preisschild») auf die Friedhofsmauer. Die sogenannten «Preisschild»-Aktionen werden von radikalen Randalierern als Racheakte für Einschränkungen des israelischen Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten begangen. Ihre sinngemässe Botschaft lautet: «Dafür müsst ihr zahlen.» Nach Angaben des Franziskanerordens in Jerusalem wurden auch die Reifen von sieben in der Nähe geparkten Fahrzeugen zerstochen. Auf dem Friedhof am Südhang des Zionsberges ist der deutsche Judenretter Oskar Schindler (1908-1974) begraben.
Der für den Friedhof zuständige Geistliche, Franziskanerpater Firas Hijazin, forderte ein Ende der Sachbeschädigungen und betonte den Willen der Christen zu friedlichem Zusammenleben. Bereits am 29. September hatte die Jerusalemer Polizei vier jugendliche Vandalen festgenommen, als diese auf einem christlichen Friedhof auf dem Zionsberg Grabsteine zertrümmerten. Medienberichten zufolge handelte es sich um Studierende einer benachbarten jüdischen Religionsschule.
In Israel kam es in den vergangenen beiden Jahren verstärkt zu Vandalenakten gegen muslimische und christliche Orte sowie arabisch-jüdische Begegnungsstätten. Für die Taten werden jüdische Extremisten verantwortlich gemacht. Auch Synagogen und Moscheen wurden Ziel von Übergriffen. Jerusalems Kirchenführer haben die israelischen Behörden wiederholt aufgefordert, die Übergriffe zu stoppen und die Täter zur Verantwortung zu ziehen.