Unkompliziert: Die ökumenische Film-Jury in Locarno

Noch bis am 16. August treffen sich auf der Piazza Grande in Locarno Filmliebhaber und Schauspieler aus der ganzen Welt. Auch vor Ort ist eine international besetzte, ökumenische Film-Jury. Diese zeigt: Unkomplizierte Ökumene ist möglich.

Locarno zeigt, wie unkompliziert Ökumene sein kann: Seit 21 Jahren prämiert eine internationale ökumenische Jury Filme, die für religiöse, menschliche oder soziale Werte stehen. Bild: Cruccone/Wikimedia

Die ökumenische Jury ist seit 1973 in Locarno präsent und zeichnet einen Film aus dem offiziellen Wettbewerb aus, dem es gelingt, das Publikum für religiöse, menschliche oder soziale Werte zu sensibilisieren, wie das Online-Portal «medientipp» am 4. August in einer Mitteilung schreibt. Der Preis der ökumenischen Jury ist mit 20‘000 Franken dotiert und an die Distribution des Films in der Schweiz gebunden. Das Preisgeld wird von den evangelisch-reformierten Kirchen und der römisch-katholischen Kirche zur Verfügung gestellt.

Filme aus der ganzen Welt – und der Schweiz

Dieses Jahr konkurrieren um die Preise im internationalen Wettbewerb 17 Langfilme. Auch zwei renommierte Schweizer Filmemacher sind mit ihren neuen Werken vertreten: Andrea Štaka («Das Fräulein») präsentiert als Weltpremiere ihr neues Drama «Cure – The Life of Another». Fernand Melgar, der 2011 für «Vol Spécial» den Preis der ökumenischen Jury erhielt, ist mit einem Dokumentarfilm über eine Notschlafstelle in Lausanne vertreten. Die weiteren 15 Filme kommen aus aller Welt: Argentinien, Italien, den USA oder ebenfalls zweifach aus Südkorea.

Locarno zeigt: Unkomplizierte Ökumene ist möglich

Die Mitglieder der sechsköpfigen ökumenischen Jury kommen aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Sie gehören der katholischen, protestantischen, anglikanischen oder orthodoxen Kirche an und sind bereit für einen interkulturellen und -religiösen Dialog. Sie werden die Wettbewerbsfilme gemeinsam besprechen und analysieren, um sich dann auf einen Preisträger zu einigen. An diesem Prozess beteiligt sind Alyda Faber aus Kanada, Blanca Maria Monzón aus Argentinien, Milja Radovic aus England, Ingrid Ruillat aus Frankreich, Florin-Ioan Silaghi aus Rumänien und Andreas Engelschalk aus Deutschland, der als Jurypräsident amtet.

 


Ökumenischer Gottesdienst

Im Rahmen des Festivals führt die ökumenische Arbeitsgemeinschaft der Kirchen im Kanton Tessin am Sonntag einen bereits zur Tradition gewordenen ökumenischen Gottesdienst durch. Beim anschliessenden Apéro im Kreuzgang, offeriert von der katholischen Pfarrei S. Antonio Locarno, werden die Mitglieder der diesjährigen ökumenischen Jury vorgestellt.


Der Gottesdienst findet am Sonntag, 10. August um 11.15 Uhr in der Kirche S. Maria Assunta (Chiesa nuova), Via Cittadella, statt.

 

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