Russisch-orthodoxe Kirche

Universität Freiburg suspendiert russischen Metropoliten

Metropolit Hilarion Alfeyev der russisch-orthodoxen Kirche hatte bisher eine Titularprofessur an der Universität Freiburg inne. Weil er sich nicht gegen den Krieg in der Ukraine ausgesprochen hat, wird er bis auf Weiteres suspendiert.

Der Suspendierung von Metropolit Hilarion Alfeyev ging ein Briefwechsel zwischen dem Dekan der Theologischen Fakultär der Universität Freiburg und dem Würdenträger der russisch-orthodoxen Kirche voraus. Dekan Mariano Delgado hatte den Metropoliten am 2. März in einer öffentlichen Erklärung aufgefordert, die militärische Invasion Russlands in der Ukraine zu verurteilen. Weiter sollte er den russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu auffordern, die russischen Truppen zurückzuziehen und sich öffentlich für eine «dialogbasierte Lösung» einzusetzen.

Alfeyev, Leiter des Departements für kirchliche Aussenbeziehungen des Moskauer Patriarchats, teilte daraufhin am 3. März in einem Schreiben mit, dass er und seine Kirche «besonders seit 2014 im Zusammenhang mit dem Ukrainekonflikt im humanitären Bereich engagiert seien und ihr Möglichstes täten, um notleidenden Menschen zu helfen und den Konflikt zu beenden». Diese Äusserungen entsprächen jedoch nicht den Erwartungen der Fakultät. Deshalb wolle er seine Titularprofessur ruhen lassen.

Diese Äusserungen stiessen nun auf Kritik in der Universität. Der Dekan Marian Delgado schreibt, er sei «enttäuscht» darüber, dass der Metropolit sich nicht imstande sehe, dem Völkerrechtsbruch Russlands entgegenzutreten. Ausserdem habe er sich auch nicht von den Aussagen des russischen Patriarchen Kyrill I. distanziert. Dieser hatte zuvor den Krieg Russlands gegen die Ukraine als einen «metaphysischen Kampf» gerechtfertigt. Diese Aussagen seien in theologischer wie politischer Hinsicht ein Skandal, so Delgado. Hilarion scheine sich durch sein Schweigen diese Aussagen zu eigen zu machen.

Der Dekan verurteilt dieses Schweigen. Dieses gehöre nicht zur «prophetischen Tradition des Christentums». Vielmehr müssten sich Kirchen laut und deutlich gegen den Krieg aussprechen und die Regierung hinterfragen. In Russland geschehe dies durch Laien, Priester, Diakone und Akteure der Zivilgesellschaft. Die Kirchenleitung lasse sich hingegen durch Präsident Putin hofieren. (mos)