Pakistan
Überschwemmungen weiten sich aus
In Pakistan wird die Lage in den Flutgebieten immer bedrohlicher. Die östliche Provinz Punjab trifft derzeit die schwerste Flutkatastrophe in ihrer Geschichte. Nach den verheerenden Überschwemmungen dort mit mehr als vier Millionen Betroffenen und über 1400 überschwemmten Dörfern richtet sich die Sorge nun auf die benachbarte Provinz Sindh. Dort bestehe die Gefahr, dass zusätzlich über 1,6 Millionen Menschen ihr gesamtes Hab und Gut verlieren könnten, teilte die Welthungerhilfe mit.
Die Situation verschärft sich durch anhaltende Regenfälle in Pakistan und Indien sowie durch die weiterhin geöffneten Staudämme auf indischer Seite. Selbst wenn Menschen rechtzeitig evakuiert würden, stünden sie vor dem Verlust ihrer Lebensgrundlagen. Häuser und Felder würden überschwemmt, Werkzeuge und Maschinen könnten häufig nicht mitgenommen werden. Wo Nutztiere gerettet werden könnten, fehle oft das Futter für sie. Aktuell sind viele Menschen in Notunterkünfte geflüchtet.
Die Überschwemmungen sind für die Organisation ein weiteres Alarmsignal in der Klimakrise. Pakistan ist gemäss Welthungerhilfe eines der Länder, das am stärksten vom Klimawandel betroffen ist. Immer wieder kommt es zu verheerenden Sturzfluten und massiven Überschwemmungen. Im Jahr 2022 stand zeitweise ein Drittel des Landes unter Wasser, rund 33 Millionen Menschen waren laut Vereinten Nationen betroffen, mehr als 1700 Menschen verloren ihr Leben. Hunderte Brücken sowie 13'000 Kilometer Strasse wurden zerstört.
Die Welthungerhilfe stellte 500'000 Euro bereit, um die lokale Bevölkerung zu unterstützen. Bereits jetzt werden Lebensmittelrationen und Hygieneartikel verteilt. Zudem werden Saatgutpakete für die kommende Aussaat vorbereitet, beschädigte Latrinen und Bewässerungskanäle repariert und die Trinkwasserversorgung wiederhergestellt. (epd/ sda/ eba)