Touristen in Zürcher Kirchen: Gekommen, um nicht zu beten

Die beiden Kirchen Grossmünster und Fraumünster zählen zu den Touristen-Hotspots in der Stadt Zürich, tausende Besucher sehen sich die beiden reformierten Wahrzeiten täglich an. Nun werden Massnahmen diskutiert, damit die Kirchen nicht zu Touristenattraktion verkommen, in der Ruhesuchende keinen Platz mehr finden.

Bild: Roland zh/Wikimedia

Die beiden Wahrzeichen der Stadt Zürich ziehen täglich 2 000 und mehr Besucher an, heisst es in einem Bericht des Tages-Anzeigers vom 8. Oktober. An Spitzentagen verzeichne das Grossmünster bis zu 3 500 Besucher. Durch den Andrang der Touristen fühlen sich Menschen, die in den Kirchen Ruhe suchen, zunehmend gestört. Theo Zobrist, Sigrist des Fraumünsters, bestätigte gegenüber der Zeitung Pläne, wonach sich die Kirchen überlegten, wie sie die Besucherströme in den Griff kriegen könnten. Das Ziel sei, nur noch eine Besuchergruppe aufs Mal in die Kirche zu lassen. Aus diesem Grund müssen sich Gruppen wahrscheinlich ab 2016 zuvor anmelden.

Zürich Tourismus erkennt Handlungsbedarf

Dem Bericht zufolge hat auch Zürich Tourismus wegen des grossen Andrangs an Besuchern Handlungsbedarf erkannt. Die Gruppenbesuche sollten besser koordiniert werden, sagte Sprecherin Milena Brasi gegenüber der Zeitung. Die Verantwortlichen der beiden Kirchen würden zu gegebener Zeit auf die Tourismus-Organisation zukommen, um gemeinsam eine Lösung zu finden. In den kommenden Wochen finden jedoch vorerst Gespräche zwischen den Leitungen von Grossmünster und Fraumünster statt.

Das Grossmünster, mit dessen Bau um 1100 begonnen wurde, ist eine evangelisch-reformierte Kirche in der Altstadt von Zürich. Seine charakteristischen Doppeltürme sind das eigentliche Wahrzeichen der Stadt an der Limmat. Das Fraumünster auf der gegenüber liegenden Seite der Limmat zieht vor allem wegen seiner Farbfenster, unter anderem von Marc Chagall, zahlreiche Besucher an. (kipa)