Die Terroristen des Islamischen Staates (IS) würden den Christen der Stadt Mossul nur vier Optionen lassen, so die Zeitung: Flucht, Konversion zum Islam, Zahlung einer Schutzsteuer oder das Schwert. Das stand in den Droh-Flugblättern, die sie in der eroberten nordirakischen Stadt verbreiteten. Im Wissen um die Gräueltaten der Islamisten, die Videos ihrer Massaker und Kreuzigungen im Internet verbreiten, wählten die noch in der Stadt lebenden Christen die Flucht. Deshalb sei Mossul erstmals in seiner 1800-jährigen Geschichte eine Stadt ohne Menschen christlichen Glaubens, so «Die Welt».
«N» für Nazarener
An diesem Tag lief das Ultimatum der Islamisten ab, zuvor hatten sie die Haustüren der Christen mit einem Zeichen versehen, das den Mördern den Weg weisen sollte: Hundertfach prangte in Mossul der Buchstabe ن, das arabische «N». Er steht für Nazarener, so bezeichnen arabische Muslime Christen. Den Geflohenen blieben nicht viele Möglichkeiten, gegen das erlittene Unrecht zu protestieren, so «Die Welt», doch aus ihren Reihen erwuchs die Idee, das Zeichen an der Wand an die «Haustüren» ihrer Profile in den sozialen Netzwerken zu schreiben. «Wir sind N, wir sind die wegen unseres Glaubens aus der Heimat Vertriebenen», so drang die Botschaft in die Weiten des Internets.
Arabische Christen solidarisierten sich
Sie blieb nicht ungehört. Schon vor einer Woche berichteten US-Medien, dass sich mehr und mehr arabische Christen mit den Verfolgten solidarisierten und ebenfalls ihre Gesichter von den Facebook- und Twitterprofilen löschten und durch das «N» ersetzten. Auch Muslime schlossen sich an. Schliesslich erreichte die Botschaft auch die westlichen Kreise des Internets.