Niklaus Manuel (1484-1530) war Maler, Dichter, Baumeister, Reformator und Staatsmann. Als Reformator trat er erfolgreich für die Durchsetzung der Reformation in Bern ein. Seine antikatholischen Fasnachtsspiele fanden in der Bevölkerung starken Widerhall und sollen für die Sache der Reformation in Bern viel getan haben. Niklaus Manuel gehörte zu den führenden Leuten der Reformation in Bern und bereiste in dieser Mission zahlreiche Schweizer Städte.
Sein wohl bekanntestes Werk war der Berner Totentanz auf einer mehr als hundert Meter langen Kirchhofmauer des Berner Dominikanerklosters, der den Klerus nicht schmeichelhaft darstellte. Das Bild wurde 1660 beim Abbruch der Mauer zerstört. Die Szenenfolge und die Begleitverse liessen sich nur noch anhand einer zeitgenössischen Kopie rekonstruieren.
Grosse Ausstellung über Manuel geplant
Das Kunstmuseum Bern beherbergt die weltweit grösste Werkgruppe seiner Tafelbilder. Alter Holzwurmbefall führte unter anderem zu Rissen und Hohlräumen direkt unter der Malschicht, wie der Direktor des Berner Kunstmuseums, Matthias Frehner, am 17. Dezember vor den Medien ausführte. Bereits bei geringem Druck drohten diese Hohlräume einzubrechen.
Dass die Tafeln restauriert werden, ist kein Zufall. Das bernische Historische Museum plant nämlich eine grosse Ausstellung zu Niklaus Manuel und seiner Zeit. Die vielseitige Berner Persönlichkeit soll in ihrem kulturhistorischen Kontext beleuchtet werden.