Die Kirchen seien die logischen Zuständigen für die Anstellung und Besoldung der Pfarrpersonen, hiess es an der Synode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn am Mittwoch von mehreren Seiten. Mit einer Übernahme der Dienstverhältnisse würden die Pfarrerlöhne nicht mehr länger ein Spielball der Politik, hofften verschiedene Synodale. Der finanziell in engen Hosen steckende Kanton Bern hat in der Vergangenheit auch bei den Pfarrerstellen den Rotstift angesetzt.
Die Übernahme der Dienstverhältnisse der Pfarrerinnen und Pfarrer dürfe aber keinesfalls zu einer Sparübung des Kantons verkommen. So äusserten verschiedene Synodale am Mittwoch ihre Bedenken. Ein partnerschaftliches Vorgehen von Politik und Kirchen sowie ein stabiles Finanzierungssystem seien unabdingbare Voraussetzungen für ein Gelingen, hiess es in der lebhaften Debatte der 200 Synodalen im Berner Rathaus.
Keine Scheidung
Es gehe nicht um eine «Scheidung von Kirche und Staat», sondern darum, das Verhältnis weiterzuentwickeln, betonte Synodalratspräsident Andreas Zeller. Die reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn seien bereit, zusammen mit den anderen Landeskirchen den Dialog mit dem Kanton zu führen.
Zeller plädierte für ein pragmatisches Vorgehen. Die Politik erwarte, dass sich in Zeiten von schmerzhaften Sparübungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen auch die Kirche bewege. Der Staat wiederum dürfe nicht aus den Augen verlieren, dass er zu einer zeitgemässen Kultur- und Sozialstaatlichkeit verpflichtet sei. Die Synode stellte sich am Mittwoch grossmehrheitlich hinter die Positionsbezüge des Synodalrats.
Das Berner Kantonsparlament wird im kommenden Herbst die Vorschläge der Kantonsregierung diskutieren. Mit auf den Weg bekommt es die Positionsbezüge der Kirchen. Stimmt das Parlament dem Bericht des Regierungsrats zu, wird dieser eine Totalrevision des Kirchengesetzes in Angriff nehmen. (sda)