Südsudan
Menschenrechtler kritisieren Einsatz von Brandbomben
Mit dem Einsatz von improvisierten Brandbomben begeht die Regierung des Südsudan nach Einschätzung von Menschenrechtlern womöglich Kriegsverbrechen. Dutzende Menschen seien dadurch getötet worden und auf grausame Weise verbrannt, kritisierte «Human Rights Watch». Auch Kinder seien unter den Opfern der Luftangriffe im nördlichen Bundesstaat Upper Nile.
Befragte hätten von mindestens vier Einsätzen von Brandbomben mit mindestens 58 Toten und zahlreichen Verletzten berichtet, teilte «Human Rights Watch» mit. Zehntausende Menschen seien aus der Region geflohen. Der Zugang für humanitäre Hilfe sei stark eingeschränkt, weil Helfer in Gefahr und die bürokratischen Hürden gross seien.
In dem ostafrikanischen Land hat sich die seit Jahren andauernde Rivalität zwischen Präsident Salva Kiir und Vizepräsident Riek Machar wieder intensiviert. Machar steht seit Ende März unter Hausarrest, seither kämpfen mit beiden Seiten verbündete Bewaffnete gegeneinander.
Die Kämpfe haben eine grosse humanitäre Krise im Land ausgelöst. Schätzungsweise 30 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hilfsorganisationen befürchten derweil, dass die Unterstützung durch die USA unter der Trump-Regierung wegfallen könnte. Die US-Hilfe machte letztes Jahr rund 45 Prozent aller Hilfsgelder im Südsudan aus. (epd/ eba)