Weniger als eines von fünf todkranken Kindern stirbt zuhause, die Mehrheit auf der Intensivstation eines Spitals. Dies ist eines der Ergebnisse der «Paediatric End-of-Life Care Needs-Studie» (PELICAN) unter der Leitung von Eva Bergsträsser vom Uni-Kinderspital Zürich und Eva Cignacco von der Uni Basel. Die Studie untersuchte die Bedingungen rund um die Betreuung unheilbar kranker Kinder am Lebensende.
Gespräche mit 149 Familien, die durch Krankheit ein Kind verloren haben, zeigten, dass es an Strukturen zur Unterstützung fehlt. Das ganze Familiengefüge sei grosser Belastung ausgesetzt: Eltern leiden möglicherweise in Folge des Verlusts selbst an gesundheitlicher Beeinträchtigung. Krankheitskosten und Erwerbsausfälle stellen eine finanzielle Herausforderung dar.
Belastetes Personal
Die Befragung von 48 Fachkräften ergab ausserdem, dass es an Weiterbildungsmöglichkeiten und Richtlinien fehle. Dies und mangelndes Wissen belaste das medizinische Pflegepersonal, die mit der Pflege sterbender Kinder betraut sind, und könne zu Überforderung führen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.
Es brauche ein stärkeres öffentliches Bewusstsein für das Sterben von Kindern in der Schweiz. Nur so könnten beispielsweise Strukturen geschaffen werden, die es ermöglichen, dass todkranke Kinder während ihrer letzten Lebenswochen dort behandelt werden und sterben können, wo es ihnen und ihrer Familie entspreche. Dies schrieben das Kinderspital und die Hochschule am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung. (sda)