Die SPI-Studie bietet Einblicke in 370 christliche Migrationsgemeinden verschiedener Konfessionen und gibt Auskunft über Mitglieder, Strukturen und Konfessionen sowie zu Kirchen und Gesellschaft in der Schweiz. Die Studie habe grosse Unterschiede zwischen den Gemeinden gezeigt, heisst es in der Medienmitteilung des SPI: «Konfessionen, Sprachen, Nationalitäten sind bunt gemischt». Die Mehrzahl der Migrationsgemeinden seien evangelischen Glaubens, hätten aber wenige Mitglieder. Die grössten Migrationsgemeinden seien eher katholisch und umfassten mehrere Tausend Mitglieder.
Auch in organisatorischer und finanzieller Hinsicht gebe es grosse Unterschiede: Katholische Migrantinnen und Migranten profitierten von den Strukturen der katholischen Kirche. Evangelische Gemeinden funktionierten in der Regel wie Freikirchen, seien als Vereine organisiert und lebten häufig von Spenden ihrer Mitglieder. Insgesamt gebe es über 600 solcher Gemeinden in der Schweiz.
Integrationshilfen
Gemeinden von Migranten und Migrantinnen würden ihren Mitgliedern in der Fremde eine Heimat bieten und seien gleichzeitig wichtige Netzwerke, schreibt das SPI. Sie würden durch die Unterstützung in Lebensfragen, wie Wohnungs- oder Arbeitssuche sowie bei medizinischen Fragen, zur Integration in die Schweiz beitragen. Migrationsgemeinden seien Rettungsinseln für Menschen, die in der Schweiz oft nur wenige Beziehungen und Kontakte hätten.
Kritischer Blick auf die Schweizer Kirchen
«Prägnant ist die kritische Sicht vieler Migrationsgemeinden auf die Kirchen in der Schweiz», heisst es in der SPI-Studie weiter. Als Vorbilder taugten die hiesigen Grosskirchen «offenbar kaum». Sie erschienen «zu angepasst und kaum lebendig». Umgekehrt betonten viele katholische und evangelische Migrationsgemeinden, zur Evangelisierung der Schweiz beizutragen. Dieses missionarische Selbstbewusstsein fordere die einheimischen Kirchen heraus.