Die Firma Biel Crystal mit Sitz in Hongkong sei der weltweit grösste Produzent von Touch-Screen-Glasabdeckungen. Apple beziehe von Biel Crystal rund 60 Prozent der Touchscreens, Samsung 20 Prozent. Biel Crystal beschäftige im südchinesischen Huizhou rund 40‘000 Personen. Unter welchen Bedingungen diese arbeiten, zeigt eine neue Untersuchung von Sacom (Students & Scholars Against Corporate Misbehaviour), eine von Brot für alle finanzierte Nichtregierungsorganisation in Hongkong.
Bei Biel Crystal bestehe ein umfassender Kontrollapparat.2000 Sicherheitsleute und unzählige Kameras kontrollierten die 40‘000 Angestellten. Um die Produktionskosten möglichst tief zu halten, spare Biel Crystal bei grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen. Obwohl zahlreiche leicht entflammbare Chemikalien im Einsatz seien, gebe es keine Notausgänge und Feuerlöscher. Seit Anfang 2013 hätten zudem mindestens vier Angestellte Selbstmord begangen.
Apple reagiert nicht
Vor zwei Jahre habe Apple ein «Verbesserungsprogramm» in drei Fabriken ihres Zulieferers Foxconn eingeführt. Doch die Arbeitsbedingungen bei den Apple-Lieferanten seien problematisch geblieben. «Die Situation von Biel Crystal zeigt, dass Apple noch weit davon entfernt ist, das Bekenntnis zu fairen Produktionsbedingungen in die Tat umzusetzen», sagt Daniela Renaud, Verantwortliche für die Kampagne «High Tech No Rights» bei Brot für alle und Fastenopfer. Seit 2007 setzen sich die Entwicklungsorganisationen für bessere Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Computern und Handys ein.
Fastenopfer und Brot für alle fordern Apple auf, die Unternehmensverantwortung in Bezug auf grundlegende Arbeitsrechte und Sicherheitsstandards wahrzunehmen. Im Gegensatz zu Apple habe Biel Crystal auf die Missstände reagiert und bis Ende Jahr Verbesserungen zugesichert. Fastenopfer und Brot für alle fordern zudem die Schweizer Behörden auf, beim Kauf von neuen IT-Geräten auf faire Herstellungsbedingungen zu achten.