Die Synodalen trafen sich am Montag, 29. Juni, in Widnau, wie die Verantwortlichen in einer Mitteilung schreiben. Eines der Haupttraktanden war der Bericht des Kirchenrates mit dem Titel «Partnerschaftliche Gemeindeleitung». Vor rund vier Jahren verlangte ein Postulat Auskunft darüber, wie Kirchgemeinden künftig zu leiten sind. Das Papier beleuchtet die Stärken und Schwächen der heutigen Leitungsmodelle von Kirchgemeinden.
Grundlegende Fragen
So stellt der Bericht das Verhältnis von gewählten ehrenamtlichen Mitgliedern und Mitarbeitenden in Vorsteherschaften in Frage. Da Pfarrpersonen von Amts wegen Einsitz in der Vorsteherschaft haben, kann dies in grösseren Kirchgemeinden zu übergrossen Gremien führen. Zudem wird auch erörtert, ob künftig nicht ein Geschäftsführermodell – wie heute in Schulen üblich – anzustreben ist. Ebenfalls machen sich die Verfasser des Berichtes Gedanken über mögliche Rechtsformen der Gemeinden. Konkrete Fragen sind dabei: Inwiefern ist das bisherige Territorialprinzip noch zeitgemäss oder wie sind die Kompetenzen zwischen Gemeinden und Kantonalkirche besser aufzuteilen.
Kritische Synodale
Einige Synodale fragten sich allerdings, welche Taten auf den Bericht nun folgen würden. Der Kirchenrat versprach, dass er die Anliegen in seine Planung aufnehmen wolle. Dies war einigen zu wenig, und Margrit Gerig, die ursprünglich den Bericht angeregt hatte, forderte, dass der Kirchenrat bis zur kommenden Wintersynode eine «Roadmap» über das weitere Vorgehen vorlegen sollte. Das war der Mehrheit dann doch zu rasch, zumal mit der anstehenden Visitation und den daraus abzuleitenden Strategiezielen sowieso eine Art «Roadmap» entsteht.
Guter Jahresabschluss
Die Rechnung 2014 der Kantonalkirche schliesst bei einem Aufwand von knapp 19,8 Millionen Franken rund 415 ‚000 Franken besser als budgetiert. Ging der Kirchenrat im Budget noch von einem leichten Rückschlag von 46’000 Franken aus, resultiert nach zusätzlichen Abschreibungen und Rückstellungen ein Vorschlag von 370’000 Franken. Grund für den guten Abschluss sind vor allem höhere Steuereinnahmen.
Ebenfalls deutlich besser als budgetiert schliesst der Fonds zum Finanzausgleich. Einerseits erhielt die Kantonalkirche leicht mehr vom Kanton, andererseits benötigten die Gemeinden 1,5 Millionen Franken weniger an Ausgleichsgeldern. Darum senkt der Kirchenrat den Maximalsteuersatz der Ausgleichsgemeinden von 30 auf 28 Steuerprozente per 1. Januar 2016.
Teurer Kirchenbote, überraschter Redaktor
Ein Rückschlag von rund 110’000 Franken resultiert jedoch in der Rechnung des Kirchboten. Das sind 70’000 Franken mehr als budgetiert. Teurer als geplant war die Entwicklung des neuen Layouts des Kirchenboten. Zudem hob die Post 2014 die Portokosten an. Und schliesslich erhielt der Redaktor eine Treuprämie, von der die zuständige Kommission nichts wusste und sogar den Redaktor selber überraschte.