«Sonntagsallianz»: Arbeitsverbote nicht weiter aufweichen

Tankstellenshops an Hauptverkehrsachsen dürfen künftig die ganze Nacht ihr vollständiges Sortiment zum Verkauf anbieten. Auch die Landeskirchen haben sich in der «Sonntagsallianz» gegen eine Liberalisierung beim Nachtverkauf engagiert. Die Allianz fordert nun, dass am Nacht- und Sonntagsarbeitsverbots nicht weiter gerüttelt wird.


Die Vorlage zur Lockerung der Regeln zur Nacht- und Sonntagsarbeitszeit in Tankstellenshops an Autobahnen und an Hauptverkehrsachsen ist mit rund 56 Prozent Ja-Stimmen angenommen worden. Der Ausgang der Abstimmung war lange Zeit offen gewesen.

«Die Organisationen der Sonntagsallianz nehmen die Befürworter der Vorlage über die Einführung des 24-Stunden-Arbeitstages beim Wort», wie sie am 22. September nach der Abstimmung mitteilten. Sie verlangen, dass allein die betroffenen 24 Shops von der Aufweichung des Arbeitsgesetzes profitieren dürfen.

Nach der Abstimmung stünden aber auch Behörden und Parlament in der Pflicht. Die Befürworter hätten mit ihrer Argumentation, dass es um «eine Detailfrage» gehe, nur gerade eine knappe Mehrheit überzeugen können. Deshalb sei klar, dass die Liberalisierungen der Ladenöffnungszeiten «keinen Schritt» weiter gehen dürften. Insbesondere dürfe die Motion Abate mit der Ausweitung der Sonntagsarbeit nicht umgesetzt werden. Die Organisationen der Sonntagsallianz würden fortfahren, weitergehende Ausdehnungen der Ladenöffnungszeiten zu bekämpfen.

Auch die Bischofskonferenz will sich weiter gegen die Liberalisierung der Arbeitszeiten engagieren. «Wir werden ein wachsames Auge darauf haben», sagte Markus Büchel, der Bischof von St. Gallen.

Liselotte Fueter, Co-Präsidentin der evangelischen Frauen der Schweiz, zeigte sich «betroffen und traurig» über das Abstimmungsergebnis. Sie erinnert daran, dass vor allem Frauen in den Tankstellenshops arbeiteten. Deren Stimme sei nicht gehört worden, sagte sie. Auch die evangelischen Frauen wollen nun ganz genau darüber wachen, dass die Nacht- und Sonntagsarbeit nicht ausgeweitet werde.