SEK-Diakoniekonferenz über das bedingungslose Grundeinkommen

Die Diakoniekonferenz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds SEK vom 6. Mai in Bern hat sich mit dem «bedingungslosen Grundeinkommen» befasst, wie der SEK am 9. Mai schreibt.


Ziel der Konferenz sei nicht gewesen, sich für oder gegen die eidgenössische Volksinitiative auszusprechen, die im vergangenen Herbst eingereicht wurde. Vielmehr seien die Fragen erläutert worden, die dieses Modell «angesichts unserer Vorstellungen von Arbeit, Wirtschaft und sozialer Solidarität» aufwerfe.

Das bedingungslose Grundeinkommen revolutioniere unsere Denkweise, denn es schafft die Pflicht zur Arbeit ab, so Lucas Zapf, Mitorganisator der Diakoniekonferenz und Doktorand am Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik an der Universität Basel. Es stelle die Sichtweise in Frage, den Wert eines Menschen an seinem Lohn und an seiner Berufstätigkeit zu messen: «Dieses Konzept rüttelt am ökonomischen Menschenbild.»

Revolutionär am Modell, das die Volksinitiative vorschlage, sei das Wort «bedingungslos», unterstrich Konrad Meyer, Präsident der Diakoniekonferenz und Leiter der Fachstelle Diakonie der reformierten Kirche Basel-Stadt. Es gehe um die Würde jedes Menschen. «Muss jemand sich immer erklären und sozusagen vollständig ausziehen, wenn er etwas braucht?» Diese Frage stellte er den rund 50 Delegierten der Konferenz «Bedingungsloses Grundeinkommen – Menschenbilder von Arbeit und Ökonomie», die sich hauptsächlich aus Sozialdiakonen der 26 Kirchen des SEK sowie aus Vertretern protestantischer Hilfswerke zusammensetzten.

Emotional sei er für die Initiative, «ökonomisch kriegen wir das aber nicht hin», sagte Gastreferent Volker Meinhardt, Wirtschaftswissenschaftler und Lehrbeauftragter in Berlin.

Die Diakoniekonferenz ist eine Reflexionsplattform zu sozialen Fragen. Sie findet zweimal jährlich statt.