«Mit tiefer Trauer haben wir von den Attentaten in Brüssel erfahren, die Belgien und uns erschüttern», hielt die Föderation islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS) in einer Medienmitteilung fest. Auch die Vereinigung islamischer Organisationen in Zürich (VIOZ) verurteilte die Terroranschläge. Den Familienangehörigen der Opfer sprechen die Verbände ihr Beileid und den Verletzten Mitgefühl aus.
Gesellschaft muss sich mit Religion befassen
In der Tageszeitung «Blick» hat Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur, zum Verhältnis Terror und Islam geschrieben, dass «der Terror von Brüssel oder Paris nicht für Islamophobie missbraucht werden» dürfe. Die in der Gesellschaft teilweise bestehende Angst vor dem Islam könne aber nicht von solchen Gewalttaten getrennt werden. Grichting gab zu bedenken, dass solche Terroristen nicht «durchgeknallte Globalisierungsverlierer» seien. Deshalb werde Gesellschaft nicht darum herumkommen, sich «wieder mit Religion zu befassen».
Für Grichting kennt das Christentum zwar auch religiös motivierte Gewalt, könne sich dazu aber nicht auf seinen Gründer berufen. Anders im Islam, so Grichting, wo Muslime, wenn sie Gewalt anwenden, «dem Gründer ihrer Religion, der zum Töten aufgerufen hat», folgen könnten.
«Gewaltmonopol des Staates» einfordern
Muslime hätten es deshalb schwerer, das seit der Aufklärung in der westlichen Welt geltende «Gewaltmonopol des Staates» anzuerkennen, schreibt Grichting. Und er fordert, dass europäische Staaten von allen Muslimen, die hier leben ein «Bekenntnis zum staatlichen Gewaltmonopol fordern müssen». Wer dies nicht ablegen wolle oder dagegen verstosse, müsse Europa verlassen. (kath.ch)