Schweizer Hilfswerk arbeitet in Ebola-Gebiet

Das deutsche Aussenministerium hat alle deutschen Staatsbürger aufgefordert, aus den von Ebola betroffenen Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia auszureisen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schätzt dagegen das Ansteckungsrisiko als «sehr gering» ein. Auch die in Guinea für das evangelikale Hilfswerk Schweizer Allianz Mission (SAM) tätigen Schweizer reagieren «gelassen».

Das Ebola-Virus Virion. Bild: Public Health Image Library

Rund 35 Schweizerinnen und Schweizer arbeiten in Guinea für SAM im medizinischen Bereich, in derGrund- und Berufsbildung, der theologischen Ausbildung oder der ländlichen Entwicklungshilfe.

Mittlerweile sind zwei SAM-Mitarbeiter Personen an Ebola gestorben sind. Dennoch ist SAM weiter in Guinea präsent. «Unser Personal vor Ort hat recht gelassen reagiert. Viele Mitarbeitende arbeiten dort seit Jahren und sind sich Krisen gewohnt», teilte Adrian Förster, Leiter Kommunikation bei SAM, der Nachrichtenagentur sda mit.

Wenn man Ebola rational betrachte, seien andere Risiken, beispielsweise im Strassenverkehr, wesentlich grösser. Trotzdem seien die von der WHO empfohlenen Vorsichtsmassnahmen umgesetzt worden: Generelle Hygienemassnahmen, Vermeidung öffentlicher Transportmittel, keine privaten Krankenbesuche und kein Verzehr von Wildfleisch.

Höchstens zwei Infizierte

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rechnet mit höchstens ein bis zwei infizierten Schweizern. Dies deshalb weil es sich bei den Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone nicht um Tourismusdestinationen handle.

Denkbar sei, dass ein erkranktes Mitglied einer Hilfsorganisation zur Behandlung in die Schweiz zurück transportiert würde, teilte Marcel Marti, Leiter Kommunikation beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) der sda mit.

Allerdings müsse bedacht werden, dass solche medizinischen Mitarbeiter in den betroffenen afrikanischen Ländern sehr gut geschützt arbeiteten und daher auch für sie ein tiefes Infektionsrisiko bestehe, so Marti.

Auch Deutschland macht beim medizinischen Personal eine Ausnahme: Die Aufforderung, Guinea, Sierra Leone und Liberia zu verlassen, gelte ausdrücklich nicht für medizinisches Personal, das dringend zur Bekämpfung des Virus benötigt werde, sagte ein Sprecher am Mittwoch in Berlin. (sda)