Schweiz zu teuer für Lutheraner

Der Lutherische Weltbund muss auf die hohen Kosten an seinem Standort in Genf und sinkende Einnahmen reagieren. Zur Debatte steht ein Umzug in ein günstigeres Land.


Die führenden Repräsentanten des Lutherischen Weltbundes diskutierten auf ihrer Ratstagung vom 13. Juni über einen Wegzug der Organisation aus Genf. Die hohen Kosten in der Schweiz und der starke Franken hätten die Stimmen derjenigen lauter werden lassen, die eine Verlagerung der Zentrale in ein günstigeres Land verlangen, hiess es von Ratsmitgliedern.

Der 48-köpfige Rat des Weltbundes werde das Für und Wieder eines Abschied aus Genf formal erörtern. Ob dann eine Entscheidung fällt, war zunächst unklar. Eine Kommission soll empfehlen, ob ein Umzug sinnvoll ist oder nicht. Auch sinkende Einnahmen der 148 Mitgliedskirchen drohen sich in den kommenden Jahren nachteilig auf die Einnahmen auszuwirken.

Im vergangenen Jahr hatte der Weltbund laut Jahresbericht Einnahmen von 150 Millionen Euro, denen Ausgaben in Höhe von 146 Millionen Euro gegenüberstanden. Mehr als 60 Prozent der Ausgaben entfallen auf den Weltdienst, der humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe in armen Ländern leistet. Neben den Mitgliedskirchen stellen auch die Vereinten Nationen und andere Geber Gelder für den Weltbund bereit.

Der Rat tagt bis zum 18. Juni und entscheidet unter anderem über den Austragungsort für die nächste Vollversammlung. Der 1947 gegründete Weltbund unterhält seine Zentrale im Ökumenischen Zentrum in Genf. (epd/no)