Sambia
Vom Präsidentschaftskandidat zum «Hochverräter»
In Sambia ist der unterlegene Präsidentschaftskandidat Brian Mundubile kein freier Mann mehr. Zusammen mit einem Parteikollegen sei er in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht worden, meldete die Zeitung «Lusaka Times». Mundubile, der die Wahl vor Gericht anfechten wollte, war in der vergangenen Woche festgenommen und zusammen mit rund 20 anderen wegen Hochverrats angeklagt worden.
Präsident Hakainde Hichilema, der seit 2021 regiert, hatte die Wahlen vom 13. August laut offiziellen Ergebnissen mit 61 Prozent der Stimmen gewonnen. Die Auszählung war aufgrund von gewalttätigen Zusammenstössen zwischenzeitlich für mehrere Stunden ausgesetzt worden. Hichilemas Vereidigung für weitere fünf Jahre als Staatsoberhaupt ist für diesen Dienstag geplant. Laut «Lusaka Times» herrschen im Vorfeld bereits erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.
Der Menschenrechts- und Anti-Korruptions-Aktivist Noel Chisebe forderte laut Berichten des Senders Phoenix FM die Regierung auf, den Angeklagten ihre verfassungsmässigen Rechte in vollem Umfang zu gewähren. Es sei wichtig, dass sie weiterhin Zugang zu ihren Anwälten haben und faires und zügiges Gerichtsverfahren bekommen.
Vergangene Woche war die Frist für einen Widerspruch gegen die Wahlergebnisse abgelaufen. Die Regierung hatte an dem Tag die Schliessung der Gerichte angeordnet und mit Sicherheitsgründen erklärt. Vertreter der Zivilgesellschaft hatten vergeblich versucht, ihre Petitionen einzureichen. Mundubile hatte nach Razzien Schutz auf einem Gelände der Vereinten Nationen gesucht, sich dann aber verhaften lassen. (epd/ dst)