Pilotprojekt: Drei muslimische Seelsorger in Bundesasylzentrum

Im Bundesasylzentrum Juch in Zürich hat am 1. Juli ein Pilotversuch mit drei muslimischen Seelsorgenden begonnen, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) am 4. Juli mitteilte. Der Interreligiöse Runde Tisch im Kanton Zürich begrüsst das Projekt.


Für eine einjährige Pilotphase seien drei muslimische Seelsorgende, eine Frau und zwei Männer, vom SEM im Auftragsverhältnis angestellt worden. Sie teilten sich ein Stellenpensum von 70 Prozent, wie das SEM mitteilte. Die Bewerber, die dem SEM von der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) empfohlen worden sind, mussten einen von den Schweizer Landeskirchen und dem SEM aufgestellten Kriterienkatalog erfüllen. Sowohl die VIOZ als auch die von ihr empfohlenen Personen seien vom Nachrichtendienst des Bundes und SEM-intern geprüft worden. Das Projekt werde durch das Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg evaluiert.

Der Interreligiöse Runde Tisch des Kantons Zürich begrüsst das Projekt, wie es in einer Mitteilung heisst. Die VIOZ übernehme damit gesellschaftliche Verantwortung. Das Projekt habe innovativen Charakter und generiere für die interreligiöse Zusammenarbeit wichtige Erfahrungen. Man hoffe, dass das Pilotprojekt in ein interreligiöses Seelsorgekonzept münde, das in sämtlichen Asylzentren des Bundes eingeführt werde.

Der Interreligiöse Runde Tisch im Kanton Zürich wurde 2004 gegründet und versteht sich als regelmässige Diskussionsplattform der verschiedenen Religionsgemeinschaften.

Weitere Informationen: www.rundertisch.ch