Rückzahlung von Staatszuschüssen für Kirchentag gefordert

Religionskritikern fordern eine teilweise Rückzahlung staatlichen Zuschüsse für den Leipziger «Kirchentag auf dem Weg». Die Beiträge seien zu hoch gewesen, sagen sie. Die Veranstalter haben die Kritik zurückgewiesen. Die endgültige Abrechnung der Kosten sei noch nicht erfolgt.

Teilnehmer des Festgottesdienstes versammeln sich am 25. Mai 2017 auf dem Marktplatz in Leipzig im Rahmen der Veranstaltung «Kirchentag auf dem Weg». (Bild: Keystone / Sebastian Willnow)

Die staatlichen Zuschüsse für den Leipziger «Kirchentag auf dem Weg» Ende Mai waren nach Berechnungen von Religionskritikern so hoch wie bei keiner kirchlichen Grossveranstaltung zuvor. Ihr Anteil habe bei 59,7 Prozent gelegen, teilte die Kunstaktion «11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!» am Montag in Augsburg mit und forderte eine teilweise Rückzahlung. Bislang waren die Staatszuschüsse demnach beim evangelischen Kirchentag 2009 in Bremen mit 58 Prozent am höchsten. Von den Gesamtkosten des Christentreffens von 5,36 Millionen Euro hatten der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig zusammen rund 3,2 Millionen Euro übernommen.

Landesrechnungshof soll sich einschalten

Der Initiator der Kunstaktion, David Farago, sagte, der Staat übernehme einen immer grösseren Teil der Kosten für Kirchentage. «Wir hoffen daher nun, dass der Landesrechnungshof sich einschaltet», fügte er hinzu. Die Kunstaktion fordere «die teilweise Rückzahlung der Fördermittel durch den Veranstalter». Die Kunstaktion wird von der religionskritischen humanistischen Giordano-Bruno-Stiftung getragen.

Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums in diesem Jahr hatten parallel zum 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg sechs regionale «Kirchentage auf dem Weg» in acht Städten Mitteldeutschlands stattgefunden. Insgesamt kamen zu den Treffen etwa 50.000 Besucher. Die Veranstalter vom Verein «r2017», der von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Deutschem Evangelischen Kirchentag getragen wird, hatten allein für Leipzig mit ähnlich vielen Besuchern gerechnet. Es kamen jedoch nur rund 15’000.

Fördergelder werden nicht zurückgezahlt

Die Veranstalter des Leipziger «Kirchentags auf dem Weg» haben Vorwürfe zum hohen Anteil staatlicher Zuschüsse an den Kosten für das Christentreffen zurückgewiesen. Die endgültige Abrechnung der Kosten für die Veranstaltung Ende Mai sei noch nicht erfolgt, sagte der Sprecher des Vereins «r2017», Christof Vetter, in Wittenberg am Montag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes epd. Die Finanzierung aller Veranstaltungen des Vereins sei mit den jeweiligen Zuschussgebern abgestimmt und bleibe bestehen, ergänzte Vetter und betonte: «Fördergelder werden nicht zurückgezahlt.» (epd)