Rotes Kreuz entwickelt Kriegs-Videospiel

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat ein Baller-Game nach den Regeln des humanitären Völkerrechts entwickelt. Damit sollen die Spieler lernen, dass es auch im Krieg Regeln gibt.


Wer Ego-Shooter am Computer spielt, kann töten wen und wie er will. Ob dieses Handeln richtig ist, diese Frage stellt sich für Gamer nicht. Das will das IKRK laut eines Berichts von 10vor10 ändern: Es hat ein Videospiel entwickelt, in dem die Spieler Krieg nach humanitären Regeln führen müssen.

Wer auf Zivilisten schiesst, wird bestraft

Die Spieler müssen dabei zwischen feindlichen Kämpfern und Zivilpersonen unterscheiden und Verletzte medizinisch versorgen, heisst es in dem Bericht weiter. Wer Kriegsgefangene erschiesst oder Zivilpersonen angreift, werde bestraft. Die Spieler müssen also den Regeln des humanitären Völkerrecht folgen.

Christian Rouffaer, Leiter des Virtual-Reality-Labors des IKRK in Bangkok, sagte zu 10vor10: «Ein richtiger Soldat kann nicht einfach tun, was er will.» Das wüssten viele Gamer nicht. Das Game sei eine Gratwanderung zwischen einer Glorifizierung des Krieges und der Unspielbarkeit eines Spieles, wenn es zu nah an der Realität ist, sagte Rouffaer weiter.

Ursprünglich habe das IKRK die Simulationen für die eigenen Mitarbeiter zu Übungszwecken entwickelt. Nun soll das Game gratis für alle zugänglich werden. (mey)