In ihrer Antrittsrede sprach Stämmer-Horst von einem «tiefgehenden Einschnitt» und einer «neuen Ära» nach der über zwanzig Jahre dauernden Amtszeit ihres Vorgängers David A. Weiss. Mit Blick auf die anstehenden Projekte, wie die Feier des Reformationsjubiläums oder die Umsetzung der neuen Kirchenverfassung, meinte sie: «Der Synodalrat ist nicht nur Verwaltungsrat, sondern auch Gestaltungsrat.» Synodepräsident Norbert Schmassmann wünschte ihr viel Glück und wies darauf hin, dass die siebenköpfige Exekutive der Luzerner Reformierten mit fünf Synodalrätinnen nun den wohl höchsten Frauenanteil unter den Schweizer Landeskirchen besitzt.
«Historischer Moment»
Nur noch Formsache war der endgültige Beschluss zur Bildung der zwei neuen Kirchgemeinden Horw und Meggen-Adligenswil-Udligenswil, die bisher als Teil-Kirchgemeinden zur Kirchgemeinde Luzern gehörten und per 1. Januar 2017 selbständig werden. Die hierfür nötige Satzungsänderung erhielt auch in zweiter Lesung die volle Zustimmung. Schon bei der ersten Lesung im September hatte Synodalrat Florian Fischer von einem «historischen Moment» gesprochen, weil das jahrelange Austrittsverfahren nun zu einem erfolgreichen Ende kommt.
Etwas mehr zu reden gab die Verteilung der Synodesitze für die Neuwahlen 2017. Infolge der geänderten Verfassung der Kantonalkirche reduziert sich die Sitzzahl von 70 auf 60, weshalb die kleinen Teil-Kirchgemeinden Malters und Rigi-Südseite nur noch mit je einem Synodalen vertreten sein werden. Das führte zu vereinzelter Kritik. Trotzdem ging die Neuverteilung mit 51:2 Stimmen durch das Parlament. Als weitere direkte Folge der neuen Verfassung beschlossen die Synodalen in erster Lesung die Schaffung einer Schlichtungsstelle für Streitfälle innerhalb der Kirche.
Diskussion um Webseite
Bei der Vorstellung des Budgets 2017 sowie des Aufgaben- und Finanzplans 2017-2020 durften sich die Abgeordneten über gute Zahlen freuen, dies dank steigender Steuereinnahmen und sinkender Kosten. Während das Budget für das nächste Jahr bei einem Aufwand von rund 1,97 Millionen Franken noch ein minimales Minus von 9094 Franken vorsieht, sind für die folgenden Jahre wieder Überschüsse zu erwarten. Das Eigenkapital sollte daher nicht unter 75 Prozent der Steuereinnahmen sinken, wie es die Synode gefordert hat. Die Zeit des strukturellen Defizits ist vorbei.
Einige Synodale nutzten die Budgetberatung allerdings zur Kritik am Vorgehen des Synodalrats hinsichtlich der Neugestaltung der kantonalkirchlichen Webseite, die seit längerem eine Baustelle bildet. Der Finanzverantwortliche Bendicht Schütz hatte in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde Luzern ein Vorprojekt in Auftrag gegeben, ohne die übrigen Kirchgemeinden einzubeziehen, was nicht überall Gefallen fand. Ein konkreter Projektvorschlag für die Neugestaltung der Homepage soll bis zur nächsten Synode im Mai 2017 vorliegen.