Referendum gegen Fortpflanzungsmedizin-Gesetz gültig

Das Referendum gegen das Fortpflanzungsmedizingesetz ist zustande gekommen. Das meldet die Bundeskanzlei am 30. Dezember. Von den 58'634 Unterschriften, die bei der Bundeskanzlei eingereicht worden sind, sind 58'112 gültig.

Embryonen im 2- und 4-Zellen-Stadium.
Embryonen im 2- und 4-Zellen-Stadium. (Bild: Minami Himemiya/Wikimedia)

Anfang Dezember wurden bei der Bundeskanzlei rund 60’000 Unterschriften eingereicht. Verschiedene Komitees haben Unterschriften gegen das Gesetz gesammelt, das die Anwendung der Präimplantationsdiagnostik (PID) regelt. Für die PID haben sich die Schweizer Stimmbürger am 14. Juni mit 61,9 Prozent Ja-Stimmen ausgesprochen.

Diesen Volksentscheid zugunsten der Zulassung von Embryotests wolle man respektieren, heisst es in einem Communiqué des überparteilichen Komitees von Anfang Dezember, dem rund 50 Vertreterinnen und Vertreter von BDP, CVP, EVP, Grünen, SP und SVP angehören.

Ziel des Referendums sei es, eine «flächendeckende willkürliche Anwendung» der PID zu verhindern. Der Bundesrat habe das Verfahren ursprünglich lediglich für Paare mit Verdacht auf schwere Erbkrankheiten zulassen wollen. Das Parlament sei aber viel weiter gegangen, kritisiert das Komitee.

Down-Syndrom

Laut dem 2014 revidierten Fortpflanzungsmedizingesetz sollen alle Paare, die eine künstliche Befruchtung vornehmen lassen, das Verfahren nutzen können. Zudem haben unfruchtbare Paare neu die Möglichkeit, ihre Embryonen vor der Übertragung in den Mutterleib auf Chromosomenstörungen untersuchen zu lassen (Aneuploidie-Screening). Auch dieses Verfahren lehnt das Komitee ab. Embryonen mit Down-Syndrom würden damit künftig vor der Einpflanzung in den Mutterleib ausgesondert und vernichtet, lautet die Befürchtung.

Die Abstimmungskampagne biete die Chance für eine «vertiefte ethische Auseinandersetzung» über die weitere Entwicklung der Fortpflanzungsmedizin in der Schweiz, erklärten anlässlich der Einreichung der Unterschriften die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) und der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF), welche das Referendum unterstützen. (kath.ch)