Ruedi Winet von der Vereinigung der KESB des Kantons Zürich sagt am Dienstag, 14. Oktober gegenüber «Blick»: «Die Situation macht uns nicht glücklich, doch wir haben keine Wahl. Es stellen sich nicht genügend andere Familien zur Verfügung». Die «Problematik mit den Freikirchlern» sei ein Dauerbrenner, eine rasche Lösung aber nicht absehbar.
Kinderreich und traditionell
Als Grund für die Entwicklung führt Winet die gesellschaftliche Veränderung ins Feld: «Diese Familien sind kinderreich. Da spielt es keine Rolle, ob noch ein weiteres mit am Tisch sitzt.» Zudem seien sie hilfsbereit und sehr traditionell. Will heissen: «Der Vater arbeitet. Die Mutter ist Hausfrau.» Winet weist darauf hin, dass die Wahl des Pflegeplatzes nicht durch die KESB erfolge, sondern durch das Amt für Jugend.
Entlöhnung sichert die Lebensweise
Auf die Frage des Journalisten, ob die Familien fürstlich entlöhnt würden, sagt Winet: «Fürstlich ist übertrieben. Pro Pflegeplatz gibt es im Schnitt 1900 Franken pro Monat, inklusive Kost und Logis. Aber klar spielt das Geld eine Rolle. Dank dem Zubrot können viele ihre Traditionen wahren und sich ganz um die Familie kümmern.» Als problematisch betrachtet Winet beispielsweise, wenn ein Pflegekind zum Mittagsgebet gezwungen wird oder wenn das Kind nach den Vorstellungen und dem Glauben der Pflegeeltern leben muss. Auch würden Sektenexperten von Pflegekindern berichten, die ihre leiblichen Eltern für schlechte Christen hielten, so Winet im Interview mit «Blick». (sda/ref.ch)