Ostermarsch setzt Zeichen gegen weltweite Aufrüstung

Rund 400 Menschen haben sich am Ostermontag in Bern zum traditionellen Ostermarsch der Friedensbewegung versammelt. Einen Monat vor der Abstimmung über den Gripen verlangten sie Investitionen in «wahre Sicherheit» wie Bildung und Gesundheit.


Der Kauf der 22 neuen Kampfjets sei sicherheitspolitisch unsinnig und gesellschaftspolitisch verantwortungslos, forderten die Teilnehmer des Umzugs. Die diesjährige Veranstaltung stand unter dem Motto «Sicherheit schaffen: Mit Bildung und Gesundheit statt Waffen». Der Ostermarsch will damit heuer ein Zeichen gegen die weltweite Aufrüstung setzen.

Kritik erntete auch der Entscheid des Nationalrates vom März, die Kriegsmaterialexporte zu lockern. Auf zahlreichen Plakaten forderten die Teilnehmer, dass mit Schweizer Waffen keine Menschenrechtsverletzungen verübt werden dürften.

Etwa 400 Personen fanden sich schliesslich zur Schlusskundgebung auf dem Münsterplatz ein, wo viele Friedensfahnen in den Regenbogenfarben geschwenkt wurden. Verschiedene Organisationen hatten zudem Stände aufgebaut, um über ihre Anliegen zu informieren.

Der Berner Ostermarsch wird von zahlreichen Organisationen und von Kirchen unterstützt. Dazu gehören etwa die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) oder die Erklärung von Bern. Der Ostermarsch in Bern fand erstmals 2003 statt, damals als Protest-Aktion gegen die US-Invasion im Irak.

Ostermärsche in Deutschland
Auch in Deutschland gingen die Menschen für Frieden und Abrüstung auf die Strasse. Landesweit kamen einige tausend Menschen bei Ostermärschen und -Spaziergängen, Kundgebungen und Friedensfesten zusammen.

Die Ostermarschbewegung hat ihre Wurzeln im Protest gegen das atomare Wettrüsten im Kalten Krieg. Während in den 1980-er Jahren bundesweit bis zu eine Million Menschen zu Ostermärschen auf die Strasse gingen, ist es heute nur noch der harte Kern.