Ökumene

Weltkirchen-Gipfel in Ägypten endet mit Appell zur Einheit

Der Ökumenische Rat der Kirchen ruft zum Abschluss der Weltkonferenz für Glaube und Kirchenverfassung alle Christen zu mehr Einigkeit auf.

Mit einem Appell zur Stärkung der christlichen Einheit ist die Sechste Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung des Weltkirchenrats in Ägypten zu Ende gegangen. Die theologische Arbeit des vergangenen Jahrhunderts habe gezeigt, «dass wir uns in vielen Fragen eher einig als uneinig sind», heisst es in einem vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) veröffentlichten Aufruf an alle Christen.

Christliche Einheit sei mehr als Übereinstimmung. Sie entstehe, wenn Christen zusammen beten, leben und Schritt für Schritt auf gemeinsame Feste und gegenseitige Anerkennung zugehen. Sie zeige sich auch in Solidarität mit denen, die aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer Armut, ihrer Behinderung oder ökologischer Zerstörung ausgegrenzt werden. Für die Kirchen sei christliche Mission mit einer Geschichte der Versklavung, des Kolonialismus und der Macht verflochten. Daher müsse die heutige Mission von Gerechtigkeit, Versöhnung und Einheit geprägt sein.

Am fünftägigen Ökumene-Gipfel nahmen rund 400 Personen teil. Die internationale Konferenz erinnerte an das 1700-Jahr-Jubiläum des ersten Konzils von Nizäa, das als Symbol für den Wunsch nach weltweiter christlicher Einheit steht. Das Konzil im Jahr 325 markiert einen wichtigen Meilenstein in der frühen Kirchengeschichte und gilt bis heute als wichtiger Bezugspunkt im ökumenischen Dialog.

Die erste Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung fand 1927 in Lausanne statt. Diese christliche Bewegung mündete 1948 in der Gründung des ÖRK. Der auch als Weltkirchenrat bekannte Dachverband umfasst derzeit 356 Mitgliedskirchen mit weltweit mehr als 580 Millionen Christen. (epd/ gab)

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