Krieg im Nahen Osten

Organisationen fordern Hilfe für Gaza

Die Schweizer Regierung soll sich bei Israel mit Nachdruck für den Zugang zu humanitärer Hilfe im Gazastreifen einsetzen. Das fordern Schweizer Hilfswerke in einem gemeinsamen Appell.

Angesichts der dramatischen Lage im Gazastreifen appellieren mehrere Hilfswerke an die Schweizer Regierung, sich für einen sofortigen und ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe starkzumachen, wie es in einer gemeinsamen Erklärung von Caritas Schweiz, Heks, Helvetas, Terre des hommes, Swissaid und Alliance Sud heisst.

Darin fordern die Organisationen, dass sich die Schweiz der Erklärung von über 20 Staaten anschliesst, die die sofortige und uneingeschränkte Zulassung von Hilfslieferungen verlangen und den Vereinten Nationen sowie unabhängigen Hilfsorganisationen freien Zugang gewähren.

Trotz der Ankunft erster Hilfslieferungen in Gaza sei die Versorgung bei Weitem unzureichend, heisst es in dem Schreiben. Die israelische Regierung schränke weiterhin die lebensnotwendige Hilfe ein, was dazu führe, dass rund zwei Millionen Menschen von dringend benötigten Gütern abgeschnitten sind. Die andauernde Offensive der israelischen Armee verschärfe die Situation weiter, da immer wieder Hilfslieferungen angegriffen würden.

Kritik üben die Entwicklungsorganisationen auch am israelischen Plan, die Hilfe ausschliesslich im Süden Gazas und unter israelischer Kontrolle zu verteilen. Dieser Plan gefährde nicht nur die Sicherheit der betroffenen Menschen, sondern auch der Hilfskräfte und verstosse gegen das völkerrechtliche Neutralitätsprinzip der humanitären Hilfe.

In ihrer Erklärung fordern die Organisationen den Bundesrat zu verstärktem politischen Druck auf. «Der Bundesrat muss sich gegenüber Israel entschieden für den ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe einsetzen», heisst es. Zudem müsse sich die Schweiz für einen sofortigen Waffenstillstand sowie für den Schutz der Zivilbevölkerung in Gaza und der Westbank starkmachen. (no)

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