Ökumenische Jury zeichnet Film über Frauenrechte aus

Eine arbeitslose Frau kämpft gegen die Vormacht der Männergesellschaft: «God Exists, Her Name Is Petrunya» erhält an der Berlinale den Hauptpreis der Ökumenischen Jury.


Der Film God Exists, Her Name Is Petrunya von Regisseurin Teona Strugar Mitevska ist auf der Berlinale mit dem Hauptpreis der Ökumenischen Jury geehrt worden. Gewürdigt werde damit die «wagemutige Schilderung der Verwandlung einer entmachteten jungen Frau in eine unverblümte Verteidigerin der Rechte der Frau», begründete die aus sechs Mitgliedern bestehende Jury am 16. Februar auf der Berlinale. Der Film ist einer der diesjährigen Wettbewerbsfilme der Internationalen Filmfestspiele.

Bruch mit kirchlichen Traditionen

Der mit dem undotierten Hauptpreis geehrte Film erzählt die Geschichte der 31-jährigen arbeitslosen Historikerin Petrunya in Mazedonien. Als Petrunya spontan an einem Ritual der orthodoxen Kirche teilnimmt, im Rahmen dessen junge Männer einem Kreuz hinterher springen, das von einem Priester in einen Fluss geworfen wird, bricht sie mit sozialen und kirchlichen Traditionen. «Ihre anfängliche Weigerung, das Kreuz zurückzugeben, setzt ihre innere Kraft angesichts institutioneller Konventionen frei und offenbart, dass Gott in ihr selbst ist», hiess es.

 

Weiter vergab die Ökumenische Jury den mit 2500 Euro dotierten Preis in der Sektion Panorama an Buoyancy von Rodd Rathjen. Der Film handle von moderner Sklaverei und erzähle auf einzigartig erschütternde Weise vom Erwachsenwerden. Eine lobende Erwähnung fand zudem Midnight Traveler von Hassan Fazili, in der es um eine Fluchtgeschichte aus Afghanistan geht. Verwendet worden sei dafür ausschliesslich Filmmaterial, das mit Smartphones aufgezeichnet wurde. Fazili verleihe der weltweiten Migrationskrise eine besondere Dringlichkeit und Unmittelbarkeit, hiess es.

Bilder von der Zerstörung der Erde

Der ebenfalls mit 2500 Euro dotierte Preis für die Sektion Forum ging an Erde von Nikolaus Geyrhalter für die Beschreibung der Verwüstung unseres Planeten durch menschliches Eingreifen. Der Dokumentarfilm zeige «brennend scharfe Bilder von der Zerstörung der Topographie der Erde und ebenso offenherzige Gespräche mit Arbeitern, Ingenieuren und Wissenschaftlern», wie die Jury begründete.

Zum Start der Berlinale hatte die Ökumenische Jury zudem den langjährigen Berlinale-Direktor Dieter Kosslick (70) mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Kosslick leitete zum letzten Mal die Berlinale.

Seit 1992 sind die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirchen – Interfilm und Signis – durch die unabhängige gemeinsame ökumenische Jury auf der Berlinale vertreten. (epd/no)