Atheist überzeugt in Locarno die Ökumenische Jury

Der Preis der Ökumenischen Jury am 70. Locarno Festival geht an «Lucky» des US-amerikanischen Regisseurs John Carroll Lynch. Dieser zeigte sich bei der Verleihung überrascht – und erfreut.

Gewann mit «Lucky» den Preis der Ökumenischen Jury: Regisseur John Carroll Lynch (sitzend) mit Schauspielerinnen am Filmfestival Locarno. (Bild: Locarno Festival)

Konzipiert als Hommage an Harry Dean Stanton, der durch seine Hauptrolle in «Paris Texas» von Wim Wenders berühmt wurde, fragt der Film «Lucky» nach dem Sinn des Lebens im Angesicht des nahen Todes. Unter der Regie des versierten Schauspielers John Carroll Lynch und unter Mitwirkung David Lynchs in einer einprägsamen Nebenrolle, spielt der Film in einer kleinen Stadt am Rande der Wüste. «Lucky (H.D. Stanton *1926), obwohl zornig, ängstlich und alleine, lernt nach und nach andere zu lieben und schliesslich eine dem Leben zugrundliegende Spiritualität zu erkennen», schreibt die Jury in der Begründung.

Atheist spricht Lob für die Jury

In seiner Dankesbotschaft zum Preis meinte John Carroll Lynch: «Es bewegt mich sehr, dass dieser Film, der so offensichtlich atheistisch ist, einen solchen Preis erhält. Das spricht für die Verpflichtung der Jury gegenüber dem Wort ökumenisch. In ihrem Herzen und in ihrem Bewusstsein, scheint es mir, gibt es für den Atheismus einen Platz im Regenbogen der Glaubensrichtungen: Seine Farbe ist schwarz. Dafür danke ich der Jury.»

Die Ökumenische Jury am Locarno Festival hat weiter zwei Filme aus dem Wettbewerb als besonders sehenswert hervorgehoben und vergab deshalb zwei lobende Erwähnungen an «Winter Brothers» (Dänemark / Island 2017) und «Dragonfly Eyes» (China 2017). (kath.ch/Charles Martig)

Weitere Informationen zu den Preisen

Zur Filmkritik mit Trailer