Die Ökumenische Jury begründete ihren Entscheid mit der «furchtlosen Menschlichkeit», mit der die libanesische Regisseurin Nadine Labaki die Notlage von Kindern in Extremsituationen dargestellt habe. Ihr Film «Capharnaüm» schildert die Geschichte des zwölfjährigen Jungen Zain, der seine Eltern vor Gericht stellt, weil sie ihm das Leben gegeben haben.
«Im gesamten Wettbewerb des Festivals de Cannes 2018», so die Jury, «sind es die Frauen und die Kinder, die Immigranten und die Aussenseiter, die mit ihrer Liebe und ihrem Mut das volle Potential des menschlichen Geistes bekunden.»
Zeichen gegen Hass und Rassismus
Eine lobende Erwähnung vergab die Jury an den Film «BlacKkKlansman» des amerikanischen Regisseurs Spike Lee. Dieser habe mit seinem Beitrag ein Zeichen gegen den Rassismus und den Missbrauch von Religion im Namen von Hass gesetzt.
Die Ökumenische Jury zeichnet seit 1974 einen Film aus dem Programm des Festivals aus, der sich in besonderer Weise christlich-spirituellen Dimensionen der menschlichen Existenz widmet. Sie wird von der christlichen Filmorganisationen Interfilm und Signis berufen. Dieses Jahr war der reformierte Pfarrer Thomas Schüpbach Mitglied der sechsköpfigen Jury. (no)