Literatur

Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa gestorben

Der Schriftsteller Mario Vargas Llosa ist im Alter von 89 Jahren gestorben. 2010 war der Peruaner mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden.

Der Autor von Werken wie «Der Krieg am Ende der Welt» und «Das Fest des Ziegenbocks» starb am Sonntag im Alter von 89 Jahren in der peruanischen Hauptstadt Lima. Das teilte die Familie von Mario Vargas Llosa mit.

Vargas Llosa galt als einer der grossen Namen der lateinamerikanischen Literaturbewegung der 1960er und 1970er Jahre, der auch der Kolumbianer Gabriel García Márquez und der Argentinier Julio Cortázar angehörten.

Eine Todesursache wurde nicht genannt. Der Schriftsteller hatte in den vergangenen Monaten von der Öffentlichkeit zurückgezogen in der peruanischen Hauptstadt gelebt. In dieser Zeit hatten sich die Gerüchte über eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands gemehrt.

Der am 28. März 1936 geborene Vargas Llosa wuchs in einer peruanischen Mittelstandfamilie auf und arbeitete zunächst als Journalist. Zu seinen bekanntesten Romanen zählen auch «Die Stadt und die Hunde», «Das böse Mädchen» und «Der Geschichtenerzähler». 2010 wurde Vargas Llosa mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Vargas Llosa mischte sich immer wieder in politische Debatten ein. 1990 trat er bei der Präsidentschaftswahl in Peru an, unterlag aber seinem Rivalen Alberto Fujimori. Für Kritik bei Linksintellektuellen in Südamerika sorgte Vargas Llosa mit seinen häufig konservativen Ansichten. 2022 empfahl er gar den rechtsextremen brasilianischen Populisten Jair Bolsonaro öffentlich zur Wahl.

Für Vargas Llosa war echte Kultur eine, die unbequem war und es mit der Welt aufnimmt, wie es die NZZ formulierte. «Romane zu schreiben», schrieb er einmal, «ist ein Aufstand gegen die Wirklichkeit, gegen Gott, gegen die Schöpfung Gottes, die die Wirklichkeit ist.» (sda/ eba)

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