Die Verteilung der Finanzen geschehe heute in den meisten Kantonalkirchen nach den Mitgliederzahlen, schreibt Lukas Kundert im «Magazin Bildungskirche». Auf etwa 2000 bis 3000 Mitglieder entfalle eine Pfarrstelle. «Es ist dabei unbedeutend, wie lebendig oder tot das Gemeindeleben ausfällt und wie viele Menschen zum Beispiel den Gottesdienst besuchen und wie viele Freiwillige zur Mitarbeit motiviert werden konnen.»
Dieses mitgliederbezogene Geldverteilungsprinzip müsse aber radikal gebrochen werden, weil es erfolgreichen Gemeindeaufbau nicht belohne und auch den Bedürfnissen der einzelnen Mitglieder nicht Rechnung trage. Zudem könne eine Pfarrperson maximal 300 Personen erreichen. 3000 Mitglieder bezahlten folglich, was nur 300 Mitglieder ≪konsumieren≫. Zudem dünne dieses System wegen der Schrumpfung der Mitgliederzahl das Angebot aus. «Diese Abwärtsspirale führt irgendwann zum Lichterlöschen in der Kirche», so Kundert.
Finanzierung über Stiftungen und Vereine
In der reformierten Kirche Baselstadt arbeite man deshalb daran, dass die 300 ≪Konsumenten≫ bereit werden, die Vollkosten für die Kirche zu tragen. Bereits heute kommen in Baselstadt auf eine Pfarrstelle nur 1000 Mitglieder. In 15 Jahren soll dann auf 300 Mitglieder mindestens eine Pfarrstelle kommen.
Zur Finanzierung brauche es aber noch zusätzliche Instrumente: Von 30 Pfarrstellen würden in Basel bereits fünf über Stiftungen und Vereine finanziert. «Wir verfolgen deutlich eine andere Strategie als einige andere Kirchen der Deutschschweiz, die Sparrunden und Kirchgemeindefusionen durchführen», resümiert Kundert.