Neue Geschiedenen-Seelsorge als positives Signal begrüsst

Der Vorstoss des Erzbistums Freiburg, wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zuzulassen, löste eine breite Welle der Zustimmung aus, wie der evangelische Pressedienst (epd) am 8. Oktober mitteilte.


Damit werde für in zweiter Ehe lebende Menschen der Weg zur vollen Teilnahme am kirchlichen Leben möglich, erklärte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück. Der Vatikan habe allerdings zurückhaltend reagiert.

Mit der am 7. Oktober veröffentlichten Handreichung zur Begleitung von Menschen in Trennung, Scheidung und nach ziviler Wiederverheiratung solle ihnen der Weg zur Heiligen Kommunion unter bestimmten Voraussetzungen eröffnet werden.

Der Vatikan erklärte, da das Dokument auf eine eigenständige Initiative eines Büros der Erzdiözese zurückgehe, habe es «keinen Einfluss». Vatikansprecher Federico Lombardi habe auf die «Dringlichkeit» verwiesen, mit der Papst Franziskus die Vorbereitungen für die nächste Bischofssynode vorantreibe. Bei der Versammlung solle es auch um den Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen gehen.

Die Erzdiözese Freiburg selbst habe zurückhaltend auf die zahlreichen Reaktionen zu dem Text reagiert. Es sei «eine Handreichung unter vielen, die für Einzelfälle gilt», sagte Sprecher Robert Eberle am 8. Oktober dem epd. Das neue Dokument beschreibe nicht, dass die Sakramente jetzt generell für wiederverheiratete Geschiedene freigegeben würden, unterstrich Eberle.

Nach Ansicht von ZdK-Präsident Glück würden durch die Freiburger Initiative «Wege aufgezeigt, wie für Menschen, denen der Glaube wichtig ist, wieder der Weg geöffnet werden kann zur vollen Teilnahme am kirchlichen Leben». Der Grundsatz der Unauflösbarkeit der Ehe sei durch den Freiburger Beschluss nicht aufgehoben, betonte Glück im Radiosender Bayern2.

Die katholische Bewegung «Wir sind Kirche» begrüsste den Schritt des Freiburger Bistums, «das jetzt endlich auf die nach einer Scheidung Wiederverheirateten zugeht und damit den von Papst Franziskus gewiesenen Weg der Barmherzigkeit beschreitet». Endlich werde zur anerkannten Praxis, was pastoral orientierte Seelsorger schon seit Langem praktizierten, aber bisher immer mit schlechtem Gewissen gegenüber dem Kirchenrecht.