Mittelmeer

Hilfsorganisationen retten 200 Menschen vor dem Ertrinken

Rettungsschiffe von Hilfsorganisationen haben innert kurzer Zeit fast 200 Menschen in Sicherheit gebracht, die zu ertrinken drohten. Dutzende starben indes beim Fluchtversuch übers Mittelmeer.

Nach einer fünftägigen Fahrt hat das Rettungsschiff «Humanity 1» 69 Menschen im Hafen von Ravenna an Land gebracht. Die meisten von ihnen stammen aus dem Sudan, wie die Organisation SOS Humanity erklärte. Die «Geo Barents» von «Ärzte ohne Grenzen» wurde nach der Rettung von 75 Geflüchteten der Hafen von Neapel zugewiesen. Derweil gingen 47 Menschen, die vom spanischen Segelschiff «Astral» gerettet worden waren, in Lampedusa von Bord. An Bord der Schiffe befanden sich viele Minderjährige, ein acht Monate altes Baby und eine hochschwangere Frau. Es handelt sich allesamt um Flüchtlinge, die von Libyen aus versuchen, nach Europa zu gelangen.

Lange Wege in die Häfen

SOS Humanity kritisierte die italienische Politik, den Rettungsschiffen weit entfernte Häfen zuzuweisen. Dies verlängere die Zeit, in denen die Menschen warten müssen, bevor sie in Sicherheit seien. Und es verkürze die Zeit, in denen die Schiffe im Rettungseinsatz sein können. Zusammen mit den Rettungsorganisationen Sea-Eye und der Mission Lifeline hat SOS Humanity Klage gegen die systematische Zuweisung entfernter Häfen eingereicht.

Zwei Boote gesunken, Dutzende Tote

Derweil erklärte die Organisation Alarm Phone, die einen Notruf für Geflüchtete in Seenot betreibt, dass zwei Boote im Mittelmeer gesunken seien. Eines sei vor der libyschen und eines vor der italienischen Küste untergegangen. Dutzende Leichen würden an der tunesischen Küste angeschwemmt. Zugleich seien über die Notrufnummer 26 Notfälle eingegangen, teilte Alarm Phone in der Nacht auf Dienstag mit. «Es braucht dringend eine massive Rettungsanstrengung.» (epd/ eba)