Missbrauchsstudie Katholische Kirche

Erzbistum Vaduz stellt Personalakten nun doch zur Verfügung

Das Erzbistum Vaduz wird dem Bistum Chur Kopien von Personalakten übergeben. Die Ankündigung steht im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt der Universität Zürich über den sexuellen Missbrauch im Umfeld der katholischen Kirche.

Ein Forschungsteam der Universität Zürich untersucht seit 2022 den sexuellen Missbrauch im Umfeld der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz. Eine 2023 veröffentlichte Pilotstudie sorgte für grosse Resonanz über die katholische Kirche hinaus (ref.ch berichtete). Die Kirchenaustritte nahmen auch bei den Reformierten zu (ref.ch berichtete). Eine definitive Studie soll 2027 erscheinen.

Dabei will das Team unter der Leitung der Geschichtsprofessorinnen Marietta Meier und Monika Dommann Personalakten von Geistlichen einsehen, die früher in Chur tätig waren. 1997 war das Fürstentum kirchlich von Chur getrennt, die Akten nach Liechtenstein gebracht worden. Eine erste Anfrage um Einsicht war vom Erzbistum Vaduz aus Datenschutzgründen abgelehnt worden.

Nun teilt es aber mit, dass die Aktenbestände in Form von Kopien dem Bistum Chur übermittelt würden. Obwohl man nicht der Schweizerischen Bischofskonferenz angehöre, sei es dem Erzbistum wichtig, «die Aufarbeitung im Rahmen der in Liechtenstein geltenden Gesetzeslage zu unterstützen».

Rechtliche Abklärungen hätten gezeigt, dass eine rechtskonforme Akteneinsicht durch ein ausländisches Institut zulässig ist. Voraussetzung sei, dass die betroffenen Priester ihre Zustimmung erteilten. Sechs der insgesamt sieben noch lebenden Priester, die im Jahr 1997 vom Bistum Chur nach Vaduz wechselten, hätten einer Einsichtnahme zugestimmt, heisst es in der Mitteilung. (sda/ gab)

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