Minister verurteilt Antisemitismus bei Protesten in Frankreich

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve hat ein entschlossenes Vorgehen gegen jegliche Art von Antisemitismus angekündigt, nachdem Proteste gegen den Konflikt im Gazastreifen am Sonntag zu Gewaltausbrüchen geführt hatten. Demonstranten hatten sich vor zwei Synagogen Strassenschlachten mit der Polizei geliefert.

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve.
Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve. (Bild: Staatskanzlei Litauen/Wikimedia)

In dem von vielen Juden bewohnten Stadtbezirk Sarcelles brannte ein Geschäft für koschere Lebensmittel. «Es ist inakzeptabel, wenn Synagogen angegriffen werden oder Geschäfte, nur weil sie von Juden geführt werden», sagte der Minister am Montag bei einem Besuch von Sarcelles. «Nichts kann Antisemitismus rechtfertigen.»

Solche Gewaltakte würden bekämpft und bestraft. Er würde ebenso handeln, wenn Moscheen oder Kirchen angegriffen würden, sagte Cazeneuve.

Frankreich ist Heimat der grössten jüdischen und muslimischen Bevölkerungsgruppen in Europa. Gewaltausbrüche im Nahen Osten führen daher oft zu Spannungen zwischen ihnen.

Medienberichten zufolge wurden am Rande der Demonstrationen in Sarcelles auch Autos angezündet und Läden geplündert. Viele Ziele der Gewalttäter und Plünderer hatten keinen jüdischen Hintergrund.