Mindestens zwölf Tote bei Anschlag auf Satiremagazin in Paris

Bei einem blutigen Anschlag auf die Satire-Zeitung «Charlie Hebdo» in Paris sind am Mittwoch mindestens zwölf Menschen getötet worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Täter sind auf der Flucht.

Schon 2006 musste die Polizei nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen die Redaktionsräume von «Charlie Hebdo» bewachen. (Bild: Wikimedia/David Monniaux)

Frankreichs Präsident François Hollande sprach von einem «Terroranschlag». Die Regierung rief für den Grossraum Paris die höchste Terrorwarnstufe aus.

Mindestens zwei vermummte Männer hatten mit einer Kalaschnikow und einem Raketenwerfer kurz vor Mittag den Sitz der Satirezeitung angegriffen, die für ihre provokanten Mohammed-Karikaturen bekannt ist.

Hollande sprach am Anschlagsort im elften Arrondissement im Stadtzentrum von Paris von einer «aussergewöhnlich barbarischen Tat». Nach seinen Angaben wurden in den vergangenen Wochen mehrere versuchte Anschläge in Frankreich verhindert.

Nach dem Anschlag gab es Ermittlern zufolge einen Schusswechsel mit den Sicherheitskräften. Bei ihrer Flucht hätten die Angreifer einen Polizisten angeschossen und später einen Fussgänger überfahren. Die Täter riefen nach Angaben von Zeugen: «Wir haben den Propheten gerächt.»

Für 14 Uhr wurde eine Krisensitzung der Regierung einberufen. Der Anti- Terror-Plan Vigipirate wurde für den Grossraum Paris auf die höchste Stufe «Anschlagsalarm» angehoben, wie es am Sitz von Premierminister Manuel Valls hiess. Für Mediengebäude, grosse Kaufhäuser, Kirchen und den öffentlichen Nahverkehr wurde der Schutz verstärkt.

Islamkritische Satirezeitung

Seine neueste Ausgabe vom Mittwoch widmete die Wochenzeitung dem neuen Roman des französischen Skandal-Autors Michel Houellebecq. Dieser beschreibt in «Soumission» (Unterwerfung) den Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2022 durch einen muslimischen Kandidaten, der in der Folge Frankreich regiert. Houellebecqs Roman erschien in Frankreich ebenfalls am Mittwoch.

«Charlie Hebdo» war mehrfach wegen Mohammed-Karikaturen in die Kritik geraten. Bereits im November 2011 waren nach der Veröffentlichung einer «Scharia»- Sonderausgabe mit einem «Chefredaktor Mohammed» die Redaktionsräume in Flammen aufgegangen. Die Website war zudem mehrfach von Hackern angegriffen worden. (sda)