Millionen von Kindern weltweit eingesperrt

Sie leben in staatlichen Heimen, Flüchtlingslagern oder Polizeigewahrsam: Über 7 Millionen Kinder weltweit werden ihrer persönlichen Freiheit beraubt. Zu diesem Befund kommt eine Studie der Vereinten Nationen.


Nach einer am 18. November in Genf vorgestellten Studie der Vereinten Nationen werden jährlich 410’000 Kinder in Haft genommen, rund eine Million befindet sich in Polizeigewahrsam. 5,4 Millionen Minderjährige müssten in Heimen leben, die ihnen keine Freiheit gewährten. Weitere 330’000 Knaben und Mädchen würden als Flüchtlinge festgehalten.

Die Dunkelziffer könnte allerdings noch höher sein, teilten die Autoren mit. Die Folgen der Freiheitsberaubung seien oft schwerwiegend: So könne sich die Anzahl psychischer Krankheiten bei Kindern in Gewahrsam verzehnfachen. Zudem sterben die Betroffenen demnach im Schnitt deutlich früher als Gleichaltrige, die in Freiheit gelebt haben.

Internierung nur als letzte Option

Mädchen und Knaben einzusperren, verstosse gegen die Uno-Kinderrechtskonvention, kritisierten die Autoren weiter. Diese erlaube lediglich, Minderjährige kurzzeitig und auch nur als letzte Option zu internieren. Zwar sei in den vergangenen Jahren mehr getan worden, um dem Problem zu begegnen. Nach Ansicht der Uno-Experten müssten die Staaten aber noch mehr tun, damit Kinder nicht länger in Unfreiheit leben müssen.

An der Studie über Kinder in Unfreiheit hatten sich zahlreiche UN-Organisationen beteiligt, darunter das Hochkommissariat für Menschenrechte, das Kinderhilfswerk Unicef und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Die UN-Vollversammlung hatte 2014 einen dritten globalen Bericht zur Lage der Kinder in Auftrag gegeben. Zuletzt war ein solcher Bericht 2006 vorgelegt worden. (sda/epd/no)