Luzerner Lukaszentrum nach Millionenumbau wiedereröffnet

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit kann das Lukaszentrum der Reformierten Kirche Luzern seinen Betrieb wieder aufnehmen. Unter anderem wurde der Dachstock ausgebaut und mit Terrassen versehen. Unvorhergesehenes verteuerte den Bau.


Über 9 Millionen Franken wird die Sanierung des Lukaszentrums beim Vögeligärtli mitten in der Stadt Luzern am Ende kosten. Dies nachdem die Kirchgemeinde Luzern einen Zusatzkredit für 750’000 Franken sprechen musste. Alles was falsch laufen konnte, sei falsch gelaufen, sagte Marlene Odermatt, Präsidentin des Kirchenvorstandes, am 25. Oktober vor der Eröffnung des Zentrums. Man habe sehr wenig Dokumentationen des Stahlbetonbaus aus dem Jahre 1935 gehabt und sei trotz Sondagen im Vorfeld auf viel Unvorhergesehenes gestossen.

Dabei ging es etwa um Statik, Abdichtungen und Korrosion. So befinde sich das Areal im Grundwasser, man habe bislang nie ein Problem mit der Feuchtigkeit gehabt, sagte Nicole Signer, die im Kirchenvorstand für den Bau zuständig ist. Sobald man sich aber an der Gebäudestruktur zu schaffen gemacht habe, seien Abdichtungen im ganzen Gartengeschoss nötig geworden.

Terrassen statt Tauben

Bei der Sanierung, die von der Denkmalpflege begleitet und mitfinanziert worden war, wurde das Zentrum – mit Kirche, Saal für 300 Personen und Verwaltungsgebäude – geöffnet, etwa mit einem Zugang vom Vorplatz zur Saalbühne oder erweiterten Lichtschächten im Gartengeschoss, wo es neu Unterrichts- und Büroräume gibt.

Das Lukaszentrum gehört zu den wichtigsten evangelischen Bauten in der Deutschschweiz. Der Umbau erfolgte deshalb nach den Richtlinien der kantonalen Denkmalpflege. (Bild: Reformierte Kirche Kanton Luzern)

Ausgebaut wurde auch das Obergeschoss, wo einst Wäsche aufgehängt wurde und zuletzt vor allem Tauben ihr Dasein fristeten. Das Dach wurde leicht angehoben, sodass dort Büroräume realisiert werden konnten. Sie verfügen über neu geschaffene Dachterrassen, die für Licht im abgeschrägten Raum sorgen.

Wenig Veränderungen am Kirchenraum

Nicht erwartet hatten die Bauherren auch Korrosionsschäden in der Betondecke, was eine statische Unterstützung der Kirchentreppe im Foyer nötig machte. Grund dafür waren die Auswirkungen eines Wasserschadens vor zehn Jahren. Die nötigen Arbeiten verzögern den Einzug des von der Kirche betriebenen Cafés «Zwitscher-Bar» bis Ende November.

Während die Verwaltung wegen des Umbaus in ein Provisorium am Franziskanerplatz – in ein Gebäude der katholischen Kirche – zog, blieb die Lukaskirche immer offen. Das sei ebenfalls eine Herausforderung gewesen, sagte Odermatt. Der Kirchenraum wurde bloss neu gestrichen und die WC-Anlage erneuert. Offiziell eröffnet wird das Lukaszentrum am 3. November mit einem Festgottesdienst.

Das Lukaszentrum wurde 1935 von den renommierten Architekten Alfred Möri und Karl Friedrich Krebs gebaut. Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex gilt als ein Hauptwerk des modernen evangelischen Kirchenbaus in der Deutschschweiz. (sda/no)