Lest Bücher! Neue Fachbücher zu Theologie und Religion

Was geschieht mit der Theologie, wenn sie von der Königin zur Bettlerin wird? Und wie klingt Zwingli in heutigem Deutsch? Dies und mehr in den theologischen Fachbuchtipps von bref, dem Magazin der Reformierten.

Theologie als Wissenschaft

Die Zeiten, in denen die Theologie als Königin unter den wissenschaftlichen Disziplinen galt, sind lange vorbei. Heute ist sie eine unter vielen – wenn überhaupt. Denn ihr Platz an den Universitäten wird immer häufiger angezweifelt.

Der von Monika E. Fuchs und Marco Hofheinz herausgegebene Sammelband Theologie im Konzert der Wissenschaften tritt diesem Zweifel entgegen. Dabei holt er nicht zu einer blossen Apologie aus, sondern erörtet im Dialog mit anderen Disziplinen Platz und Nutzen der Theologie anhand konkreter Beispiele. In der ersten Hälfte des Buches geschieht dies durch Tandembeiträge. Zwei Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen kommen ins Gespräch, so dass etwa Hiob auf Faust (Literaturwissenschaft) und Jesus auf Ronaldo (Sportwissenschaft) trifft. Die zweite Buchhälfte verantworten Wissenschaftler, die selbst in zwei Disziplinen heimisch sind. Theologe und Betriebsökonom Alexander Dietz etwa fragt nach den moralischen Grenzen des Marktes und verdeutlicht damit den Beitrag einer theologischen Wirtschaftsethik.

Ziel des Bandes ist es, Interessierte aller Fachrichtungen für den Dialog der Disziplinen zu begeistern. Es sei aber auch all jenen empfohlen, die sich in der Frage nach dem Verhältnis von Wissenschaft und Theologie neue Impulse erhoffen.

Monika E. Fuchs, Marco Hofheinz (Hg.): Theologie im Konzert der Wissenschaften. Kohlhammer, Stuttgart 2017; 281 Seiten; 31 Franken.


Zwingli verstehen ohne Theologiestudium

Nicht nur Luther, auch der Zürcher Reformator Ulrich Zwingli stand während des letztjährigen Reformationsjubiläums im Rampenlicht. Dem Schaffen des Ostschweizers wurden zahlreiche Werke gewidmet. Das neue Buch der Theologen Peter Opitz und Ernst Saxer lässt den Reformator nun selbst zu Wort kommen. In Zwingli lesen werden, wie der Untertitel verrät, Texte des Reformators in heutigem Deutsch vorgelegt. Ziel der Herausgeber ist es, auch Interessierten ohne theologische Vorbildung Einblick in Zwinglis Denken zu geben. Dabei soll sein Wirken als Reformator exemplarisch dokumentiert werden.

Dieses Anliegen ist den Herausgebern bestens gelungen. Zu Beginn der Textauswahl liefert Opitz einen knappen, verständlichen Überblick über Zwinglis Wirken. An den historischen Eckpunkten verweist er auf die dazugehörigen Schriften, an deren Anfang jeweils ebenfalls eine kurze Einführung steht. Durch die verständliche Sprache und den übersichtlichen Aufbau der Sammlung ist es möglich, den Weg des Reformators anhand seiner eigenen Worte nachzuverfolgen – vom Krankenbett des an Pest erkrankten Zwingli 1519 bis hin ins Kappeler Feldlager 1529.

Peter Opitz, Ernst Saxer (Hg.), unter Mitwirkung von Judith Engeler: Zwingli lesen. Zentrale Texte des Zürcher Reformators in heutigem Deutsch. TVZ, Zürich 2018; 308 Seiten; 44.90 Franken.


Die Tipps stammen von Tobias Zehnder und sind erstmals in bref erschienen, dem Magazin der Reformierten. Es kann hier abonniert werden.