Lest Bücher! Neue Fachbücher zu Theologie und Religion

Hat das Christentum Humor? Wie soll man mit dem Tod umgehen? Um diese und weitere Fragen geht es in den theologischen Fachbuch-Tipps von bref, dem Magazin der Reformierten.

Vom Humor der Religionen

Humor brauche es, um die Menschlichkeit in der Religion zu bewahren, davon ist Hans Martin Dober, Professor für Praktische Theologie, überzeugt. Denn Humor und andere Formen der Selbstdistanzierung ermöglichen, mit religiösen Gegensätzen auf eine friedliche Art umzugehen. Dober hält nicht nur das Judentum, sondern auch das Christentum für durchaus humorfähig. Vor zwei Jahren initiierte er eine Ringvorlesung zu Religion und Humor. Daraus entstanden ist ein anregender interdisziplinärer Sammelband. Biblische Quellen, der Koran und die Kirchengeschichte werden auf Witz, Ironie oder Satire hin durchleuchtet.

Hans Martin Dober (Hg.): Religion und Humor. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017; 235 Seiten; 55 Franken.


Ostschweizer Bildersturm

Die Stadt St. Gallen war neben Zürich eine der ersten Städte in der heutigen Schweiz, die sich für die reformatorischen Ideen öffnete. Das Stadtarchiv St. Gallen nahm nun das Reformationsjubiläum zum Anlass, Zeitzeugnisse aus den Archiven in Wort und Bild zu präsentieren und in ihrem Kontext darzustellen. Zur Ausstellung «Reformation findet Stadt», die 2017 im Keller des Stadthauses gezeigt wurde, ist eine gleichnamige Publikation erschienen. Übersichtlich und reich illustriert vermittelt sie Wissen zur Reformation in St. Gallen und zu internationalen Ereignissen.

Stadtarchiv und Vadianische Sammlung der Ortsbürgergemeinde St. Gallen (Hg.): Reformation findet Stadt. VGS Verlagsgenossenschaft, St. Gallen 2017; 83 Seiten, illustriert; 19 Franken.


«Meet & greet» mit Bibelforschern

Der emeritierte Göttinger Theologieprofessor Rudolf Smend porträtiert in seinem neuen Buch «Kritiker und Exegeten» 54 Wissenschaftler, welche die Hebräische Bibel im Laufe der Geschichte studiert und interpretiert haben. Darunter finden sich Namen wie Johann Buxtorf, Julius Wellhausen, Martin Buber, Albrecht Alt oder Martin Noth. Sie alle lässt Rudolf Smend in seinem mehr als tausend Seiten umfassenden Werk zu Wort kommen und beleuchtet ihre jeweiligen Beiträge zur Forschung. Der Autor ermöglicht so spannende Begegnungen mit den Wissenschaftlern und ihrem grossen Forschungsgegenstand.

Rudolf Smend: Kritiker und Exegeten. Porträtskizzen zu vier Jahrhunderten alttestamentlicher Wissenschaft. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017; 1005 Seiten; 53 Abbildungen; 64 Franken.


Vom grossen Gleichmacher

«Tod, wo ist dein Stachel?» schreibt Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth. Für ihn war «der Tod verschlungen in den Sieg». Passend zum Kirchenjahr publizieren Thomas A. Seidel und Ulrich Schacht nun ein Buch mit gleichlautendem Titel. Darin fragen sie, wie heutige Theologen, aber auch Philosophinnen, Musiker und Lyriker zu Paulus’ Aussage stehen, wie sie sie interpretieren und mit eigenen Erfahrungen angesichts von Tod und Abschied in Beziehung setzen. Die Vielfalt an Zugängen und Einsichten regt zur Auseinandersetzung mit dieser existenziellen Frage an.

Thomas A. Seidel, Ulrich Schacht (Hg.): Tod, wo ist dein Stachel? Todesfurcht und Lebenslust im Christentum. Reihe Georgiana, neue theologische Perspektiven, Band 2. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2017; 280 Seiten; 34 Franken.


Die Tipps stammen von Andrea Aebi und sind erstmals in bref erschienen, dem Magazin der Reformierten. Es kann hier abonniert werden.