Lest Bücher! Neue Fachbücher zu Theologie und Religion

Wie könnten die Zehn Gebote heute lauten? Was bedeuten die Gleichnisse? Und was ist Religion überhaupt? Um diese und weitere Fragen geht es in den theologischen Fachbuch-Tipps von bref, dem Magazin der Reformierten.

Ein Buch für Bibel-Dummys

Klaus Dorn, Dozent für Altes und Neues Testament an der Universität Marburg, führt in seinem neusten Buch die Leser anhand von 26 Fragen Schritt für Schritt an die Bibel heran. Der Autor vermittelt in verständlicher Sprache Studieneinsteigern wie auch interessierten Laien zentrales Hintergrundwissen und ermöglicht einen behutsamen Einblick in exegetisches Arbeiten. Dabei weckt er bei der Leserschaft die für das Bibelstudium unerlässliche Lust, eigene Fragen zu stellen. Denn nur so können eigene Positionen gegenüber der Heiligen Schrift gefunden werden – dieses Credo des Autors ist durch das ganze Buch spürbar.

Klaus Dorn: Basiswissen Bibel. Lesen und Verstehen. Utb 4747, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2017; 197 Seiten; 24.90 Franken.


Du sollst schreiben

21 Autoren unserer Tage schreiben über die Zehn Gebote: in ganz verschiedenen Genres, teils persönlich, teils polemisch, manchmal amüsant. Das Buch Dekalog heute ist Teil des fünfjährigen Dekalog-Projekts zweier Berliner Kulturstiftungen zum Gedenkjahr der Reformation. Ziel des Projekts ist, das Spannungsverhältnis von normativen, überzeitlichen Geboten und aktuellen Weltvorstellungen auszuloten. Die literarischen Beiträge von Autorinnen wie Ulla Hahn, Petra Morsbach, Sibylle Lewitscharoff und Uwe Kolbe sind lesenswert und regen an, die Zehn Gebote im eigenen Erfahrungshorizont zu vergegenwärtigen.

Ludger Hagedorn, Mariola Lewandowska (Hg.): Dekalog heute. 21 literarische Texte zu 10 Geboten. Mit Zeichnungen von Martin Assig. Verlag Herder, Freiburg im Breisgau 2017; 316 Seiten; 36.90 Franken.


Religion, so weit das Auge reicht

Augen-Blicke ist die Festschrift zum 50. Geburtstag der Religionswissenschaftlerin Daria Pezzoli-Olgiati. Darin legen 29 Autoren, die in unterschiedlichen Disziplinen verankert sind, ihren Zugriff auf Religion dar. Ausgehend von Fotografien setzen sie sich zudem in kurzen Essays mit dem Verhältnis von Bild und Religion sowie mit der Präsenz von Religion in der Gesellschaft auseinander. Das Buch ist eine abwechslungsreiche Annäherung an ein komplexes Phänomen. Die Absicht der Herausgeberinnen, das Thema einem breiten Publikum zugänglich zu machen, ist ansprechend umgesetzt.

Dolores Zoé Bertschinger, Natalie Fritz, Anna-Katharina Höpflinger, Marie-Therese Mäder (Hg.): Augen-Blicke. 29 Perspektiven auf Religion. Pano-Verlag, Zürich 2017; 160 Seiten; 36.80 Franken.


Gleich und gleich

Fenster zum Himmel ist der 7. Band des Neutestamentlers Kurt Erlemann zu theologischen Kernthemen, die er einem breiten Publikum erschliessen will. Sein erster Band war der Gottesfrage gewidmet, es folgten die Themen Heiliger Geist, Jesus Christus, Trinität, Zukunftshoffnungen und Wunder. In der soeben publizierten Neuerscheinung setzt sich der Theologe nun mit den Gleichnissen auseinander. Er gibt Einblick in die Forschung, führt die Leser an die Bildsprache des Alten Testaments heran und ordnet die Gleichnisse traditions- und religionsgeschichtlich ein. Übersichtlich und verständlich geschrieben bietet das Buch allen Interessierten viel Wissenswertes.

Kurt Erlemann: Fenster zum Himmel. Gleichnisse im Neuen Testament. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017; 240 Seiten; 30.90 Franken.


Die Tipps stammen von Andrea Aebi und sind erstmals in bref erschienen, dem Magazin der Reformierten. Es kann hier abonniert werden.