Landeskirchenforum: Kirchgemeinden sollen Freiwillige fördern

Der Theologe Klaus Douglass plädierte an einer Tagung des Landeskirchen-Forums dafür, auf die Gaben und Neigungen Einzelner einzugehen und Gemeinde von ihnen her zu entwickeln. Der deutsche Pfarrer und Autor lockte 150 Teilnehmende nach Wil.

Klaus Douglass referiert an der Herbsttagung des Landeskirchen-Forums. Er studierte Theologie und Philosophie und arbeitet seit 2010 im Zentrum Verkündigung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Frankfurt am Main. (Bild: Landeskirchen-Forum/Peter Schmid)

Douglass rief an der Tagung vom 3. September in Wil SG dazu auf, «alle Christinnen und Christen freizusetzen, in der Gemeinde mitzuwirken», heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Das «allgemeine Priestertum», ein Grundanliegen der Reformatoren des 16. Jahrhunderts, sei noch zu verwirklichen.

Alle, nicht bloss Ordinierte, sind geistlichen Standes, betonte Douglass. Priesterlich zu handeln sei «eine Lebenshaltung, kein Beruf». Sie zeige sich darin, dass Christen und Christinnen «vor Gott für die Menschen eintreten, vor den Menschen für Gott eintreten und sich schützend zwischen die Menschen und die Kräfte des Bösen stellen».

Jeder ist begabt

In diesem Sinn liessen sich alle Dienste in der Kirche als priesterlicher Dienst verstehen. Jede Christin, jeder Christ sei begabt, sagte Douglass. «Wenn wir eine Schwäche Gott zur Verfügung stellen, ergibt das Dienst.» Die Leitenden hätten Freiwillige im Zeichen der Liebe anzuleiten und individuell zu fördern, schloss der Theologe aus Hessen sein Plädoyer für eine «neue Reformation».

Der Thurgauer Kirchenratspräsident Wilfried Bührer wies darauf hin, dass die Kirche Freiwillige nicht organisieren kann, so wie der Staat und Unternehmen einen Bedarf erkennen und Lücken füllen. «Es geht um die Haltung – von allen Seiten.» Die Sichtweisen von Freiwilligen, Angestellten und Behörden dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

 

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