Grossbritannien

Kunstschatz in der Westminster Abbey begutachten

«Schuhe aus» heisst es für Besucherinnen in der Westminster Abbey zwischen Mai und Juli. Sie dürfen erstmals den Kosmaten-Belag betreten. Der Kunsthandwerksboden stammt aus dem 13. Jahrhundert und war etwa 150 Jahre lang von einem Teppich verdeckt.

Besucher der Londoner Westminster Abbey dürfen kurz nach der Krönung von König Charles III. im Mai 2023 erstmals den Bereich der altehrwürdigen Kirche betreten, in dem der Monarch bei der Zeremonie gesessen haben wird – aber nur auf Strümpfen. Das teilte die Abtei mit. Um den empfindlichen Mosaikboden zu schützen, müssen bei der Sonderführung «Crown and Church», die vom 15. Mai bis zum 29. Juli 2023 angeboten wird, die Schuhe ausgezogen werden.

«Es wird das erste Mal seit Menschengedenken sein, dass die Abtei Besucher dazu eingeladen hat, den Kosmaten-Belag zu betreten, wo der Krönungsstuhl für die Krönung am 6. Mai platziert wird», sagte ein Sprecher der Abbey einer Mitteilung zufolge. Die Kosmaten waren eine Gruppe von italienischen Kunsthandwerkern, die im Mittelalter mit einer als Inkrustation bezeichneten Technik Böden und andere Bereiche in Kirchen mit Mosaiken aus Marmor ausschmückten.

Der Kosmaten-Belag in der Westminster Abbey stammt aus dem 13. Jahrhundert und gilt als einer der grössten Kunstschätze des Mittelalters in Grossbritannien. Er war etwa 150 Jahre lang - und auch bei der Krönung von Charles' Mutter Queen Elizabeth II. im Jahre 1953 - von einem Teppich verdeckt. Bei der Krönung von Charles III. soll er aber sichtbar sein. Er stellt ein geozentrisches Universum dar - also mit der Erde in der Mitte - und enthält sogar eine Vorhersage für das Datum des Weltendes. Das lässt demnach aber mit einer angeblichen Haltbarkeit der Welt von 19’683 Jahren noch etwas auf sich warten. (sda/ jow)