Abschied von Elizabeth II.

König Charles wird im Mai 2023 gekrönt

Nur wenige Wochen nach dem Staatsbegräbnis für Queen Elizabeth II. beginnt in Grossbritannien die Planung für die nächste grosse royale Zeremonie.

Charles ist seit dem Tod seiner Mutter Queen Elizabeth II. am 8. September britischer König. Wie der Palast nun bekannt gegeben hat, soll seine Krönung am 6. Mai 2023 stattfinden.

Dass Charles erst acht Monate nach Amtsantritt gekrönt wird, ist nicht aussergewöhnlich. So wurde Elizabeth II. nach dem Tod ihres Vaters König George VI. am 6. Februar 1952 Königin. Ihre Krönung fand aber erst am 2. Juni 1953 statt.

Neben Charles (73) soll am 6. Mai 2023 auch seine Ehefrau, Königsgemahlin Camilla (75), in der Londoner Westminster Abbey gekrönt werden. Queen Elizabeth II. hatte zu Lebzeiten ihren Wunsch geäussert, dass Charles' Ehefrau Camilla einmal Königin wird.

Die Vorbereitungen laufen unter dem Titel "Operation Goldener Reichsapfel" (Operation Golden Orb). Die Abläufe sind seit Jahrhunderten bekannt. Doch als Zeichen einer moderneren Monarchie will Charles die Gebräuche angeblich teils verschlanken. So sind weniger Gäste und weniger Pomp zu erwarten, wie es in London hiess.

Treueschwur vom Erzbischof

Es wird erwartet, dass die Kernelemente aber dieselben sein werden wie bei Charles' Vorgängern. Die Zeremonie wird dabei in sechs Abschnitte geteilt. Zunächst ruft der Erzbischof von Canterbury, der als geistliches Oberhaupt der Kirche von England den Gottesdienst leitet, Charles zum König aus. Dieser schwört dann den Eid, gemäss der Gesetze zu regieren und die Kirche zu schützen. Nachdem er die Bibel geküsst und seinen Eid unterzeichnet hat, folgen die Salbung mit geweihtem Öl, die Krönung sowie die Thronbesteigung. Zum Abschluss schwören der Erzbischof und Prinzen dem König die Treue.

Die Westminster Abbey ist seit 900 Jahren der Ort der britischen Krönungen. Seit Wilhelm dem Eroberer 1066 wird der Gottesdienst vom Erzbischof von Canterbury geleitet, der seit dem Bruch mit Rom im 16. Jahrhundert das geistliche Oberhaupt der Anglikanischen Kirche ist.

Es wird erwartet, dass die mehr als 2000 Teilnehmer - das wären 6000 weniger als bei Elizabeths Krönung 1953 - in etwa aus dem gleichen Kreis stammen, der zum Staatsbegräbnis für die Queen am 19. September in die Westminster Abbey gekommen war. Damals nahmen Staatschefs wie US-Präsident Joe Biden und gekrönte Häupter aus aller Welt teil. (sda/pef)