Schweiz fordert Waffenstillstand
Die anhaltenden Kämpfe in Nordäthiopien haben die prekäre humanitäre Lage und das Leid der Zivilbevölkerung weiter verschärft, heisst es in einer Stellungnahme des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Twitter.
Die Schweiz fordert alle Konfliktparteien auf, das humanitäre Völkerrecht zu respektieren und dem Aufruf der Afrikanischen Union zu einem Waffenstillstand und Gesprächen zu folgen. Auch die humanitäre Hilfe sei wieder aufzunehmen.
Viele zivile Opfer
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, zeigt sich ebenfalls besorgt. Er warnte die Regierung im ostafrikanischen Äthiopien vor Kriegsverbrechen. Die Luftangriffe und Artillerieeinschläge in der Region Tigray könnten die verheerende Lage von Zivilisten verschlimmern.
«Die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung ist erschütternd», heisst es in einer Erklärung des österreichischen Diplomaten. Ermittlungen in der Region sind kaum möglich, weil die Kommunikation oft unterbrochen ist. Weiter warnte Türk vor einer Eskalation des Konflikts.
Äthiopiens Militär kämpft zusammen mit Streitkräften aus dem Nachbarland Eritrea gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die mehr Autonomie für ihre ethnische Gruppe verlangt. Von den gut sieben Millionen Menschen in Tigray sind nach UN-Angaben etwa 5,2 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. UN-Hochkommissar Volker Türk hatte seine Arbeit Mitte Oktober 2022 aufgenommen. Er ist Nachfolger der Chilenin Michelle Bachelet. (sda/pef)