Kirchgemeinde provoziert mit Stelleninserat

Die reformierte Kirchgemeinde Männedorf sucht mit einem ironischen Stelleninserat nach einer Pfarrperson, die «am liebsten in einer leeren Kirche» predigt und die Zusammenarbeit mit einer «engstirnigen Kirchenpflege» schätzt. In den sozialen Medien ist man sich uneinig: ist das jetzt lustig, plump oder einfach nur entwaffnend ehrlich?


Das Stelleninserat der reformierten Kirchgemeinde Männedorf im Kanton Zürich erschien am vergangenen Freitag im Magazin der Reformierten bref und sorgte in den sozialen Medien für Diskussionen, wie die Zürichsee-Zeitung in der Ausgabe vom 3. August berichtete.

In der Anzeige mit dem Titel «Sie suchen den Himmel auf Erden?» wirbt die Kirchgemeinde für die ausgeschriebene 50-Prozent-Pfarrstelle mit den Worten: «Engstirnige Kirchenpflege? Unmotivierte Pfarrkollegen? Gelangweilte Mitarbeitende? All das bieten wir!». Weiter heisst es im Text: «Dafür erwarten wir viel, sehen aber ansonsten keinerlei Chancen zur persönlichen Entwicklung.»

Kirchgemeinde sucht Aufmerksamkeit

Das offensichtlich humoristische Inserat kam nicht bei allen gut an. Die Sumiswalder Pfarrerin Mirja Zimmermann etwa kommentierte auf Twitter: «Ich finde es echt nicht witzig. Reale Probleme werden ins Lächerliche gezogen. Ich als Pfarrerin nicht ernstgenommen.» Ein anderer User antwortete daraufhin: «Das Inserat beschreibt den Zustand vieler Kirchgemeinden doch recht anschaulich.»

Auf Nachfrage der Zürichsee-Zeitung will die Kirchgemeinde mit dem Inserat vor allem «jüngere, unkonventionelle Bewerber» ansprechen. Die ersten Bewerbungen auf die Stelle seien bereits eingetroffen.

Die Kirchgemeinde Männedorf macht nicht das erste Mal mit aussergewöhnlichen Aktionen von sich reden. So produzierte sie vor einigen Monaten einen Kinospot, um Mitglieder für die Kirchenpflege zu gewinnen. (no)

Zur Stellenanzeige der Kirchgemeinde Männedorf